Janus Pannonius Múzeum Évkönyve (1958) (Pécs, 1958)

Dombay János: Kőrézkori és kora-vaskori település nyomai a pécsváradi Arany-hegyen

KŐREZKÓRI ÉS КОЙА-VASÍÍÖRI TELEPÜLÉS NYOMAI 97 dachung vorteilhaft, und zwar eben ihrer kleineren Spannweite wegen. Die ovale Form zeigt schon für sich, dass das Grubensystem (Teil des Grubensys­tems) zu einer bedachten Erdhütte gehörte. In dem erschlossenen Teil des Grubensystems in der I. und II. Grabungsfläche entdeckten wir auch die Überreste des verbrannten und einge­stürzten Daches (Taf. XV. 1—2). Die dort gefundenen Pfeilergruben (5—6, 74—75, 22, 16, 13, 64, 68, I. Beilage) weisen auch darauf hin, dass über dem Grubensystemteil ein Dach stand und auch vielleicht mit einer Riegelbleichwand an den Rändern, worauf sich das Dach stützte. Am unteren Teil des sich auf die Ränder stützenden Daches oder am unteren Teil der Bleichwand erhob sich eine Erdaufschüttung, womit man die Wohnung gegen Regen-oder Schneewasser schützte. Die vom Grubensystemteile aus der I. und II. Grabungsfläche verfertigten Profile (II. Beilage I, II) zeigen, dass dies auch in seiner Konstruktion ein einheitliches, zusammenhängendes Ganzes bildet, der Gruben­systemteil diente auch in seinem ganzen Umfang demselben Zwecke, stellt also ein Ergebnis einer zielbewussten menschlichen Tätigkeit dar. Das wurde auch durch die einheitliche Schicht­zusammensetzung bewiesen (II. Beilage I). Die ein­zelnen Schichten zogen sich entlang des ganzen Gebietes des erschlossenen Teils, was darauf hin­wies, dass das ganze Grubensystem zur selben Zeit im Gebrauch war, und zur selben Zeit, unter den­selben Umständen mit Erde zugeschüttet wurde. Die Schichtenzusammensetzung wies auf drei Ansiedlungszeiten hin (II. Beilage I). Zur Zeit der ersten Ansiedlung bildete der Boden des Gruben­systems die Ansiedlungsschicht. Aus der am Boden des Grubensystems in seiner ganzen Breite vorge­fundenen, gemischten, schweren, vollen Füllerde konnte man darauf schliessen, dass die Schicht der ersten Ansiedlung durch Aufschüttung höher geho­ben wurde. Die Decke dieser Aufschüttung bildete die Schicht der zweiten Ansiedlung. Diese Ver­mutung wird dadurch bewiesen, dass hier die Über­reste des verbrannten und eingestürzten Daches ge­funden wurden. Auf die Ruinenschicht der zweiten Ansiedlung kam eine neue stärkere Aufschüttung. Darauf breitete man eine reine Erdschicht. Das wurde dann die Schicht der dritten Ansiedlung. Die grösseren Gruben, die wir um das Gruben­system gelagert fanden, wie die 28., 32., die zur Erdhütte gehörigen Wirtschaftsgebäude, dienten überwiegend zu Vorratskammern. Auf Grund der Ausgrabungsergebnisse, Er­fahrungen und Beobachtungen — wie wir es schon oben sagten — bildete sich die Meinung, dass die Grubensysteme Überreste von Erdhütten mit den dazu gehörigen Wirtschaftsgebäuden der aeneoli­thischen Bevölkerung sind, obwohl die erschlossenen Überreste keinen sicheren Grund zur Rekonstruk­tion boten, was übrigens in den Geländeverhältnis­sen zu suchen ist. Der Ansiedlungsort, der Berg Arany liegt nach dem Süden an einem Abhang, und so wurden durch Erosion und Ackerbau eben die vom Rekonstruktionsstandpunkt aus wichtig­sten Konstruktionsspuren. (Pfeiler- und Sparren­gruben) vernichtet. Damit ist es zu erklären, dass man auch bei der in nordöstlichen Ende der IV —VI. Grabungsfläche (1942) gefundenen Erdhütte keinen Rekonstruktionsversuch durchführen konnte, ob­wohl wir den in die Erde gegrabenen Teil dieser Erdhütte völlig erschlossen haben (I. Beilage). Da am Gebiete der aeneolithischen Ansiedlung in der frühen Eisenzeit eine neuere ständige Ansiedlung erstand, ist es wahrscheinlich, dass auch durch Bauten der Früheisenzeit Reste der aeneolithischen Ansiedlung vernichtet wurden. Das haben wir in zahlreichen Fällen erfahren. Bei derartiger Deutung der Überreste der aeneo­lithischen Ansiedlung am Berg Arany können wir auch auf die Ergebnisse der später im naheliegen­den Zengővárkony durchgeführten Ansiedlungs ausgrabungen hinweisen, die unsere hiesigen Fest­stellungen völlig rechtfertigten. Allein aus diesem Grunde können wir es als sicher annehmen, dass die Spuren der aeneolithischen Ansiedlung am Berg Arany zur Kultur von Lengyel gehören. Da­für sprechen die Gräberbeilagen (Taf. XLIV. 1—5, Taf. XLV. 2—6) und auch die aus der Ansiedlung stammenden aeneolithischen Funde, die völlig mit denen von Zengővárkony zusammenfallen. Unser früheisenzeitliches Fundmaterial kann wegen seines kleinen Ausmasses, hauptsächlich aber wegen seiner Natur (Ansiedlungsmaterial) nicht in eine der verschiedenen Fundgruppen eingereiht werden. Wir haben keine einzige Urne; so fehlt uns die wichtigste Gefässform. Unsere Gefässe bestehen aus im ganzen Kulturgebiet verbreiteten Schüsseln und Schalen. Unser Fundmaterial ist also vorläufig zu mangelhaft, um es mit den heimatlichen und aus­ländischen umfangreicheren Fundsammlungen ver­gleichen zu können. So müssen wir uns nur auf die Feststellung beschränken, dass man in ihm nur die charakteristischen Züge des für die frühe Eeisenzeit im mittleren Donaugebiet vorhandenen archäolo­gischen Materials erkennen kann. In der Entwicklung dieses Materials spielte die Velatitzer Kultur die Hauptrolle, deren Blütezeit in den von uns nach Nord und Nordwest liegenden Ge­bieten in die HA Periode gesetzt wird. In der HB Periode erreichte die aus Velatitzer Basis entspros­sene südmährische Podoler Kultur eine grosse Bedeutung. Ausser diesen bildeten sich örtliche Gruppen, wie bei uns im Donaubogen, die Stil­friedgruppe in Niederösterreich oder die von Dalj in Slavonien. Zwischen der HA und HB Periode kann vorläufig noch keine scharfe Grenze gezogen werden, da ihre charakteristischen Züge gemischt vorkommen. Das können wir auch in dem Fund­material vom Berg Arany beobachten. Auf frühere Zeiten weisen die Schüssel- und die verschiedenen anderen Gefässcherben mit breitem, fazettiertem Rand (Taf. VI. 2). Ihre grosse Zahl ist besonders hervorzuheben. Unsere Schüsseln mit eingezogenem Rande mit oder ohne Knotenverzierung (Taf. XXII. 10, Taf. XLIII. 5) sind Formen der frühen HA Periode. Dazu zählen wir auch unser Schüsselfragment mit weit über den Rand stehendem, vertikal profiliertem Henkel (Taf. XXXVI. 18). Unsere am Rande mit Turbanspiralen verzierten Schüsseln (Taf. XVIII. 10), weiterhin die mit hoch über den Rand stehen­7 J. P. Múzeum

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