Janus Pannonius Múzeum Évkönyve (1956) (Pécs, 1956)

Dombay János: A domolospusztai gót sírlelet

DIE GOTISCHE GRABFUND VON DOMOLOSPUSZTA 119 kászony, auf beiden Seiten der Symmetrieachse zu sehen sind. 28 Die Schönheit, Beliebtheit und hohe Entwicklung der .Filigranarbeit zeigt auch der Fund von Mezőberény.­9 Es kann angenommen werden, dass die frühere Goldfiligran- und Edelsteineinlegé-Arbeit, als sie aus den bereits genannten Gründen verfiel, ebenso mit der, ihr am nächsten stehenden Technik ersetzt wurde, wie der ein­stige Goldblattbelag, durch die bescheidenere Vergoldung. G. Behrens ist zusammen mit anderen Forschern (Riegl, Salin, Scheltema, Zimmermann) der Meinung, dass die mit Kleischnitt verfertigten Schnallen, Waren der weströmischen Fabriken aus dem IV. Jahrhundert sind. Ihr Absatz­gebiet ist im Grunde genommen, ein breiter Streifen des Römischen Reiches. 30 Unsere Schnalle von Domolospuszta, ist in Wirklichkeit, eher die Ver­zierung eines geschmückten Frauengürtels, als seine wirkliche Schnalle. Die Distanz zwischen den zwei Nägeln auf dem vorderen Teil des Riemenbeschlages beträgt 3,1 cm, während die Nägel am rückwärtigen Teil nur 2 cm vonein­. ander entfernt sind. Daraus zu urteilen, die Form des Riemenbeschlages auch in Betracht ziehend, kann der Riemen cca 4 cm breit gewesen sein. Aus den Knochen, dem deformierten Schädel und dem prachtvollen, teueren Schmuck kann man auf eine Frau hohen Adels schliessen. Es kann also nicht ausge­schlossen werden, dass der Gürtel aus irgendeiner schönen und wertvollen Textilie war und nur an beiden Enden aus Leder. Der ganze Schmuckvorrat konnte, infolge seiner künstlerischen Ausführung, seines Wertes, seines Gewich­tes und der Form der einzelnen Stücke, auch im Falle einer Frau hohen Adels, nicht für den gewöhnlichen Alltagsgebrauch dienen. Bei der Schnalle müssen wir dies besonders in Betracht ziehen. Die 4 mm breite und ebenso tiefe, muldenartige Vertiefung in der unteren Platte des geschmückten Schnallendornes, greift auch in das dreieckige Ab­schlussblatt soweit ein, dass dessen, gegen den Vogelkopf blickende Wand, in der Mulde nur 1—1,5 mm stark ist (T. XXII. 4.). In diesem Ende der trog­artigen Vertiefung, ist eine kleine, 6X4 mm messende Eisenstange, von vier­eckigem Querschnitt (4.-Bild 1—2.). Ihre obere Platte steht 2 mm einwärts von dem Rand der Mulde; sie zeigt einen frischen Bruch (T. XXII. 4.). Sie wurde kräftig in das Ende der Furche hineingepresst und hineingeschlagen, damit sie dort fest stehen bleibe. Aus seiner äusseren Platte stand ein 4X3 mm messende 2,5 mm dicker plattenartiger Fortsatz hervor (4. Bild 1—3). Dieser wurde beim Ansatz der Öffnung, zwischen den Zweigen des Schnallenbeschlages durchge­steckt (seine Reste sind heute noch dort zu sehen (T. XXII. 3.). Auch auf der Schnalle von Gáva ist er zu sehen (T. XXIII. 8.). Den Teil, der unter die zwei gabelartigen Zweige des Schnallenbeschlages fiel, bog man in Form eines ver­kehrten S. In den oberen, gegen den Schnallenbeschlag gebogenen Winkel fügte sich die Achse der Schnallenringes ein (4. Bild 1—3). In die, dem Schnallen­beschlag zugekehrten Seite der Achse, in der Mitte, wurde für die Platte ein angemessen breiter Einschnitt gemacht (T. XXII. 1—2). Der Beweis dafür ist, dass die Achse des Schnallenringes, an der betreffenden Stelle nur an der > unteren, dem Schnallenbeschlag benachbarten Seite abgenützt ist (T. XXII. 2.). An der inneren, dem Schnallenring benachbarten Stelle ist nicht die geringste 28 J. Hampel, Alterthümer ... III. T. 44. 1. -» Ebendort, T. 38. 1—3. 30 G. Behrens, Sipäiträmiscihe Kerbsclhnittsclhnallen. Schumacher Festschrift. Mainz, 1950. 285. u. w. S.

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