Bárth János szerk.: Cumania 20. (A Bács-Kiskun Megyei Önkormányzat Múzeumi Szervezetének Évkönyve, Kecskemét, 2004)

Bereznai Zsuzsanna: Levesek, mártások és főzelékek az alföldi sváb paraszti és polgári konyhán

370 BEREZNAI ZSUZSANNA Zsuzsanna Bereznai SUPPEN, SOSSEN UND GEMÜSEEINTÖPFE IN DEN SCHWÄBISCHEN BAUERN- UND BÜRGERKÜCHEN DER TIEFEBENE - Auszug ­Suppenschwaben oder der Schwabe die Suppe - dieser ethnische Stereotyp über die Menschen von Schwaben war in ganz Mittel-Europa ab dem 16. Jahrhun­dert bekannt. Im deutschen Sprachraum wurden die Bewohner Schwabens auch im 20. Jahrhundert noch die Suppenesser genannt. Unter den im 18. Jahrhundert auf die ungarischen Tiefebene umgesiedelten Deutschen gab es fast in jeder Ortschaft einige Familien, die aus einer schwäbi­schen Gegend (aus Schwaben und Württemberg) kamen. Die meisten Ansiedler kamen jedoch aus den verschiedensten Ländern des deutsch-römischen Reiches. Trotzdem ist die Bezeichnung "Schwaben" für die neuzeitlichen Deutschen im ganzen Karpatenbecken verbreitet. Die echten Schwaben siedelten sich nur in einigen Ortschaften des Komitats Szatmár und in Hajós (Komitat Pest-Pilis-Solt­Kiskun) in grösserer Anzahl und geschlossenem Block. Unter den Schwaben von Hajós ist in den Ernährungsgewohnheiten dieses suppenzentrierte Denken bis heute zu finden, sie sind auch heute noch echte Suppenesser. Durch die Beschreibung der Suppen, Sossen und Gemüseeintöpfe in Bereznais Beitrag gewinnt der Leser Einblick in die bäuerliche und bürgerliche Ernährungs­kultur der Schwaben der Tiefebene vom 20. Jahrhundert. Die ethnografische Feldforschung führte die Autorin zwischen 1983 und 2004 in folgenden Siedlungen durch: Mezőberény (Komitat Békés), Hajós, Harta, Nemesnádudvar, Csatalja, Gara (Bács-Kiskun), Ceglédbercel (Pest). Sie verwend­ete weitere Daten aus Museumsarchiven und anderen Handschriften bzw. aus der Fachliteratur, um die Traditionen folgender Ortschaften miteinbeziehen zu können: Bácsalmás (Bács-Kiskun), Szigetszentmárton, Szigetújfalu, Vecsés (Pest), Gyula, Elek (Békés), Balmazújváros (Hajdú-Bihar), Vállaj (Szabolcs-Szatmás-Bereg) und Doroszló (Siedlung in der Mittelbatschka, heute Serbien). Im ersten Teil gibt die Autorin eine kurze historische Übersicht über die Suppen, Sossen und Gemüseeintöpfe seit den römischen Traditionen, wobei sie die mittelalterlichen und neuzeitlichen deutschen Rezeptsammlungen und Meierho­fordnungen als historische Quellen zu Hilfe nahm. Darauf folgend stellt sie den Lesern diese Gerichte in der Ernährung der Schwaben der Tiefebene vor: die als Frühstück zubereiteten Suppen und Sossen, die alten und neuen Gemüseeintöpfe an Festen und in den Alltagen, die Suppen und Gemüseeintöpfe bei den Sommer- und Herbstarbeiten und als Speisen der Winterbräuche.

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