Bárth János szerk.: Cumania 14. (A Bács-Kiskun Megyei Önkormányzat Múzeumi Szervezetének Évkönyve, Kecskemét, 1997)

Merk Zsuzsa: A katolikus egyház és a bukovinai székely telepítés a Délvidéken (1941–1944)

64 Zsuzsa Merk: Die katholische Kirche und die Ansiedlung der Sekler aus der Bukowina in Südungarn (1941-1944) (Auszug) Die Rückgliederung der ehemals südlichen Landesteile zu Ungarn (die Batsch­ka und ein Teil des Banats) hiess einerseit die Wiedervereinigung des Hauptkirchen­bezirkes Kalocsa-Bács, anderseits aber auch viele Probleme, die man lösen musste. Die ungarische Regierung liess die Bevölkerung der fünf seklerischen Dörfer der Bukowina auf dieses Gebiet ansiedeln, nämlich in 28 kleine Dörfer. Diese kleinen Siedlungen wurden ursprünglich vom jugoslawischen Staat in der Zwischenkriegs­zeit gegründet, damit die ethnischen Verhältnisse dieser Region verändert werden. Diese Ortschaften wurden mit den sogenannten Dobrowoljazen, den serbischen Freiwilligen des ersten Weltkrieges bevölkert. Nach dem Einmarsch der ungarischen Armee hat man diese Dörfer evakuiert, und die aus der Bukovina gekommenen Leute da angesiedelt. Die geistliche Betreuung dier religiös erzogenen Sekler musste durch das Erzbistum sobald wie möglich gelöst werden. In diesen Kolonien standen aber keine Kirchen, es gab keine Pfarrstellen, und das Erzbistum war auch nicht imstande, diese in kurzer Zeit sichern zu können. Die Dotierung der kirchlichen Angestellten war auch eine offene Frage. Im Brief des Kultusministers an den Erzbischof von Kalocsa 1941 wurden die Aufgaben der Kirche in diesem Fall folgenderweise zusammenfasst: „da die Bevöl­kerung dieser Kolonien aus verschiedenen Dörfern kommt, und wegen des neuen Besitzes und Hausbaus in Schulden geraten ist, so scheint sie leichter aufhetzbar zu sein, deshalb finden wir es ratsam, dass ihnen schon am Anfang eine sorgfältige, regelmässige, kirchliche Betreuung erteilt wird, damit sie sowohl für die Kirche wie auch die Heimat gerettet werden." Hinter diesen schönen Worten steckt aber keine entsprechende staatliche Unterstützung. Die kirchlichen Briefwechsel und Doku­mente sprechen mehrmals über solche Schwierigkeiten, die von den Kolonisten gar nicht geplant waren. Die Zerstreuung der seklerischen Bevölkerung der fünf Dörfer von der Bukowina in 28 Siedlungen bedeutete für die Kirche eine riesengrosse Last, aber das musste alleine die erzbischöfliche Diözese tragen.

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