Solymos Ede (szerk.): Studien zur europäischen Traditionellen Fischerei - Bajai dolgozatok 3. (Baja, 1976)

Luts, Arved: Über die Erforschung des volkstümlichen Fischfangs in Estland

einiger Beispiele erläutert. Der Verfasser dieses hat als erster eingehend die Entwicklung der Meeresfischerei unter der Sowjetregierung, die Verände­rungen in der Fangtechnik, in der Fangorganisation (Gründung von Fischer produktions Genossenschaften) und in der Lebensweise untersucht. Die gleichen Fragen wurden auch mit lettischen Kollegen erörtert, um Gemein­samkeiten sowie Unterschiede im Leben der Küstenbewohner zweier Nach­barvölker feststellen zu können.21 An speziellen Fragen hat sich der Autor dieses mit der Saison-Fischerei unserer Fischer an fremden Küsten befasst und auf die Bedeutung dieser Erscheinung für den Kulturaustausch, vor allem der Verbreitung der Fang­methoden und -gerätschaften hingewiesen22. Ferner sind die Netzschuppen behandelt worden23. Auch bei dieser Erscheinung sind regionale Unterschiede festzustellen, besonders zwischen der Nord- und Westküste. Gegenwärtig werden die zeitweiligen Behausungen der Fischer im Küstengebiet erforscht. In diesen hielten sich die Fischer während der Fangperioden auf. Angaben über diese Bauten hat G. RÄNK für den Peipussee und die Insel Saarema gebracht, jedoch waren diese zeitweiligen Behausungen überall verbreitet, besonders in den Gebieten des Wanderfangs. Züge sehr alter Bautechnik lassen diese Bauten auch weiterhin von Interesse erscheinen. In den letzten Jahrzehnten ist die Zahl jener Institutionen in Estland angewachsen, die sich mit dem Sammeln und auch in gewissem Rahmen mit der Erforschung von Material über die Fischerei befassen. Nach einem Programm, das vom Verfasser dieses zusammengestellt wurde, hat die, „Gesellschaft für Muttersprache” Schilderingen aus Teilgebieten der Fi­scherei gesammelt. Das 1961 wiedereröffnete Seefahrtsmuseum in Tallinn hat sich zum Ziel gesetzt, neben der Schiffahrt auch die Fischerei zu beach­ten. Ethnographisches Material ist gesammelt worden, jedoch erforschen die Mitarbeiter des Museums eingehender die Geschichte des industriellen Fischfangs. Einige Gegenstände, Zeichnungen und Photographien befinden sich im Besitz des 1957 gegründeten Freilichtmuseums in Tallinn, wo sich eine Exposition von Bauten der Küstenbewohner in Vorbereitung befin­det. Einige Netzschuppen und zeitweilige Behausungen sind bereits ein­getroffen. Schliesslich wurde 1973 in der grössten Fischerproduktionsge­­nossenschaft Estlands ein Fischereimuseum eröffnet. Das Hauptanliegen ist dort die Darstellung der Geschichte des Kolchos, doch ist auch umfang­reiches Material über die Vergangenheit der estnischen Küstenbewohner, 21 YEFREMOVA—LUTS—CHIVKUL 1904. 22 LUTS 1900 S. 129—108. 23 LUTS 1971. S. 22—54. 110

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