Bárth János (szerk.): Fakuló színek. A 7. Duna-Tisza közi nemzetközi néprajzi nemzetiségkutató konferencia (Baja, 2008. június 19-20.) előadásai (Baja - Kecskemét, 2009)

Fehér Zoltán: A bátyaiak hajnal elé imádkozása és napbanézése

Zoltán Fehér Gebet vor Morgendämmerung und Sonnenschau der Bewohner von Bátya. Relikte der Sonnenkult im Donau-Theiss-Zwischenstromland- Auszug -Das Gebet vor Morgendämmerung und der Sonnenschau gehören nicht zu den offi­ziell anerkannten kirchlichen Andachtsübungen. Sie sind magische religiöse Offenba­rungen der örtlichen Gemeinschaft. Nicht nur in Bátya, sondern auch im Donau-Theiss- Zwischenstromland sind sie bekannt und werden praktiziert. Das Gebet vor Morgendämmerung wird vor allem von Frauen, individuell ausge­übt. An allen Tagen der Woche und des Jahres kann es ausgeübt werden, aber überwie­gend dienstags, freitags und samstags wird es praktiziert. Die Betenden sagen - unter dem Sternenhimmel, meistens in der Nähe des einen Menschen formenden Torbalkens kniend, frisch gewaschen und angezogen, mit leerem Magen - verschiedene Gebete, und bitten den Gott, der bald in der Sonne erscheint, um Gesundheit und Indulgenz. Das Gebet muß beendet werden, bevor die Sonne aufgeht. Vor der Sonne wird öfters auch gebeichtet und danach kommunizieren die Betenden in der Kirche. Am Karfreitagmorgen wird bei den Stationen des Kreuzweges individuell gebetet. Danach gehen die Betenden zu Vajas (Donau-Zweig), wo sie kniend weiter beten. Wer hierhin geht, darf unterwegs niemanden grüssen oder sprechen, darf sich nicht umdre­hen. Beim Wasser angekommen, waschen sie sich Gesicht und Füße, um gesund zu bleiben, und sie nehmen auch etwas Wasser zum selben Zweck mit nach Hause für die Familienmitglieder. Es gab früher Männer, die mit diesem Wasser auch ihre Pferde ge­waschen haben. Der Sonnenschau, die Begrüssung der aufgehenden Sonne ist eine kollektive An­dachtsübung. Bei der Wallfahrt von Vodiča und Bátya am 8. September schauen Massen von Menschen betend in die aufgehende Sonne, in der sie Maria sehen. In Hasznos (12. September) erleben die Gläubigen die Transfiguration, denn die aufgehende Sonne färbt quasi ihr Gesicht. Mit der aufgehenden Sonne lassen sich viele Vorschriften, Verbote und Heilprakti­ken verknüpfen, die als Relikte des einstigen Sonnenkults betrachtet werden können. 78

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