Levéltári Közlemények, 74. (2003)
Levéltári Közlemények, 74. (2003) 1–2. - FORRÁSKÖZLÉSEK - Tuza Csilla: Egy miniszteri biztos jelentése Zemplén megyéről 1850-ben / 269–299. o.
293 Tuza Csilla: Egy miniszteri biztos jelentése in Zorn entbrannt ist. Der schauderhafte Fali der Vergiftung des Lemberger Rabbiners sammt seiner Familie im Jahr 1847 ist ein Beleg hiníur. Die Regierung müsste das Wriken des jüdischen Hierarchie mit grossem Kraftaufwande unterstützen, der mehr Gehássigketi zur Folge hatte, als Gutes brachte. In welchem Sinne sollten die Oberhirten ihr Amt vervvalten? Sollten sie etwa die höhere Rekursinstanz in Religionssachen sein? Jude kennt in Sachen seines Galubens keine Berufung. Wáre dies auch der Fali, so müsste die Regierung den Entscheidungen der von ihr eingesetzten Hierarchie auch den Vollzug sichern. Kann sie dies. ohne vorher ihre Zulássigkeit zu prüfen? Ich glaube nein. Nach welchem Massstabe soll diese Prüfung vor sich gehen? Nach dem Chassidischen. nach dem orthodoxen. oder nach dem reformierten? Die Regierung kommt da in arge Verlegenheiten. Es scheint. dass ein christlicher Staat schon durch das Eingehen in derlei GescbJfte seinen Charakter in Schatten stellen, und Árgerniss gebén würde. Die Juden vvürden sich auch an den Ausspruch des Staates in ihren speziellen Angelegenheiten nicht kehren, vvie man diess an der Gesetzgebung in Ehesachen sehen kann, die von den Juden ganz und gar ignoriert wird. Bei der ungeheuren jüdischen Bevölkerung in Galizien sind vor dem Richterstuhle des Staates neuen Zehntel der Éhen illegal. was keine eínzigen Juden im geringsten kümmert. Oder soll der Distriktsrabbiner in Dingen richten, die mit der Religion nichts gémein habén? Hier würde er mehr Verwirrung anrichten, als zulassig ist. Die Sicherung der Subsistenz der Rabbiner durch von der Regierung festgesetzte Bezüge waren dagegen anzurathen, denn hindurch würden dieselben sorgenfreier und anstándiger gestellt. hiemit leistungsfóhiger werden. Es scheint, dass die Regierung ihr vorzüglichstes Augenmerk nur auf die Rabbiner zu richten hatte, denn diese sind die einzige Autoritat, an welcher die Juden mit Innigkeit hangén. Die Errichtung einer guten Pflanzschule derselben, allenfalls durch ErötTnung eines Rabbinatskurses an eine oder der anderen Universitát oder Academie, die Verpflichtung der Rabbinatkandidaten zur Beibringung von Prüfungszeugnisscn eines solchen Kurses, die Auszeichnung von Rabbinern für erfolgreiches Wirken, die Ahndung der Vernachlássigung der Gemeinden wáre das einzige zum Ziele führende Mittel. Aufgabe der Regierung wáre es, im Wege der so herasgebildeten Rabbiner nach und nach die Finsternisse jüdischer Sektierung durch das Licht der Vernunft und Wissenschaft zu zerstreuen, und den rechten Kern des Judenthums zu wahren, nicht seine Ausartungen. Diess System beobachtet Deutschland, aus demselben sind Mánner vom europáischen Rufe hervorgegangen, und das Judcnthum erhielt einen Grad der Veredlung, der es dem Christenthum nahe bringt. Die Organisierung des verwilderten Judenthums wáre die Organisierung der Verwilderung selbst. Minder durch Einführung von Formen als durch Belebung und Aktivierung der tüchtigsten Kráfte werden die Ausartenden im Zaum gehalten und gebessert. Die Zigeuner können nur durch die Erziehung des Nachwuchses die Civilisation gewonnen werden durch welches Mittel alléin die Englánder die Stammbrüder der Zigeuner das grosse Bramaune-Volk zur Humanitát in rascher Entwicklung heranbilden. Alles andere ist eitel. Die jetzige Generation widersteht der Kultur. Die Geistlichkeit der Reformierten braucht eine festere Stellung gegenüber der Gemeinde. Ihre Amovibilitát sollte an strenge Formen gebunden, und die Berufung an die Staatsbehörde frei gelasscn werden. Wo kein Rechtsschutz ist, ist kein Heil, der der Massenwillkühr Preis gegebene Priester verliert den festen Boden, und man erwartet von ihm vergeblich Hingebung fúr den Staat, der ihn in seiner Schirmung nicht würdig halt. Mit der festeren Stellung der reformierten Priesterstandes würde er auch an Autoritat gewinnen, er würde seine Proletarierart ablegen, und die Regierung gewanne für die Tagé der Gefahr eine sehr grosse Stütze. Bisher gingen die Reformierten neben dem Staate, ihr Lebensprinzip war ein dem Staate fremdes, sie waren an ihn angelehnt, nicht mit ihm organische verbunden, daher fanden sie sich so heimisch in dem Elemente der Revolution, die auch den Staat ignorirte. Wir haltén die Würdigung der Verhaltnisse der Regierung zu dieser durch das nationale Element so gekráftigten Konfession für sehr entscheidend zur Beruhigung des Landes und Befestigung der Monarchie.