Levéltári Közlemények, 66. (1995)

Levéltári Közlemények, 66. (1995) 1–2. - SASHEGYI OSZKÁR EMLÉKÉRE - Malfer, Stefan: Die Reform der Wehrpflicht als konservative Sozialutopie in einer Broschüre aus dem Jahre 1856 / 147–155. o.

152 Stefan Malfèr Die politischen Kriterien sind 1./ Gerechtigkeit. Es stört ihn, daß einige etwas leisten müssen, andere gar nichts, und er weiß, daß dies auch zu Klagen und zu Unmut in der Bevölkerung führt. 2.1 Soziale Ausgewogenheit. Außer bei der persönlichen Ersatzdienstleistung sind stets die Einkommensverhältnisse berücksichtigt. Die finanzielle Ersatzleistung des Mittellosen bleibt gering. Der einzige Sohn einer Familie ohne Grundbesitz und Vermögen ist von der Ersatzgeldleistung ganz befreit. Verhältnismäßig am stärksten werden die kleinen und mittleren Bauernwirtschaften bis 100 Joch herangezogen, die freilich die zahlreichste Gruppe darstellten. Sie hätten für einen Sohn 50—700 fl. Ersatzgeld zahlen müssen. Bei einem Großgrundbesitzer mit 100.000 Joch hätte der Geldbetrag 200.000 fl. ausgemacht. In einem historisch-juristischen Exkurs rechtfertigte er diese hohe Geldleistung als Kon­version der Banderialschuldigkeit, 16 d.h. der Magnat muß nicht mehr, wie in früheren Zeiten, ein Banner, eine kleine Truppe stellen, dafür aber ordentlich bezahlen. Die soziale Ausgewogenheit finden wir auch bei den Handwerkern und bei den Stadtbür­gern. 3./ Das dritte Kriterium ist die Stärkung des ländlichen Grundbesitzes und seiner Familie. Die Familien der Grundeigentümer sind für ihn die Basis des Staates, sie gewährleisten Beständigkeit, Ruhe und Ordnung. Es sollte auch möglichst viele Wirtschaften mit gebun­denen Gründen geben, d.h. solche, die nicht durch Erbteilung oder Verkauf zerstört wer­den können. Mindestens zwei Drittel des Gebietes eines Dorfes sollte im Eigentum von dort residierenden Personen sein, und nicht von Stadtbewohnern gekauft werden können. 4./ In den Städten ist in ähnlicher Weise das Handwerk und die Familie des Handwerkers zu schützen. Z.B. soll der einzige Sohn eines Handwerkers, wenn er denselben Beruf er­greift, nur die Hälfte des Befreiungsbetrages zahlen. Wir sehen in diesen beiden Kriterien ganz klar ein feudal-konservatives Gedankengut, das in scharfem Gegensatz zu den liberalen Zeitströmungen steht. 17 5./ Ein weiteres Anliegen des Autors ist die sozialerzieherische Sorge für das Proletariat. Der Sohn des Taglöhners und Proletariers muß, wenn er untauglich oder als einziger Sohn vom Militärdienst befreit ist, einen kleinen Teil seines Verdienstes sparen als obligatori­sche Altersvorsorge. Wenn er arbeitslos ist, soll ihn die Regierung zu öffentlichen Arbeiten heranziehen. Auch die Handwerksgesellen sollen, wenn sie nicht dienen, obligatorisch sparen, und zwar unter der Aufsicht eines Meisters, vereint in einer Burse. , ,Der Börsenvater hat Veranlassung, wie gesagt, seine Leute zu versammeln; er ge­winnt Autorität, Einfluß ist geschaffen, und Gelegenheit bereitet, um guten Samen zu säen. Der Kreuzer-Einzahler wird durch dieses Einzahlen an eine höhere Ordnung und die Regierung erinnert; er leistet, und sieht, daß alle um ihn her leisten. ...Er tritt somit aus der Sphäre des Tiers. ' ' m Ich fasse zusammen. Die Werthaltungen und Kriterien, nach denen er sein Modell auf­baut, sind Gerechtigkeit und eine sozialkonservative und feudale, patrimoniale Gesell­schaftsordnung. Das alles ruht auf zwei ethischen Grundhaltungen, die er so ausdrückt. Die eine nennt er Pietät, d.h. ,,fromme Liebe mit ihren Konsequenzen von Entsagung und Aufopferung für ihren Gegenstand". Dazu gehören der Vater oder die Eltern und die Familie, der Herr, der Landesfürst oder das Vaterland, welches „ohnehin alles Übrige, was wir lieben, in 16 Ebd. 28. 17 Ebd. 30. 18 Ebd. 33.

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