Levéltári Közlemények, 57. (1986)

Levéltári Közlemények, 57. (1986) 2. - Trócsányi Zsolt: Reformok előtt : a Ministerialkonferenz in rebus Transylvanicia és a Hofcommission, illetve Hofdeputation in Transylvanicis, Banaticis et Illyricis (1745–1751) / 189–245. o.

Bejormok előtt 245 VOR REFORMEN (Die Ministerialkonferenz in Rebus Transylvanicis und die Hofcommission bzw. Hof deputation in Transylvanicis, Banaticis et Illyricis 1745 — 1751) Zsolt Trócsányi Vorliegende Arbeit ist die Fortsetzung einer Abhandlung des Verfassers die unter dem Titel „Wien und Siebenbürgen 1741 — 45" in LK Jg. 1985. No. 1 erschienen ist; es wird auch hier die Tätigkeit der Ministerialkonferenz in rebus Transylvanicis analysiert, weiterführend jedoch wird jetzt auch die Tätigkeit der die Behandlung der siebenbürgi­schen Angelegenheiten ab Juni 1745 auf höchster Ebene vorbereitende Hofcomission (ab 1747 Hofdeputation) in Transylvanicis, Banaticis et Illyricis dargelegt. Die Veränderung in der personellen Zusammensetzung der Ministerialkonferenz im Gegensatz zu dem Zeitraum von 1741—45 wird dadurch gekennzeichnet, dass in den vorangehenden Jahren von den Staatsmännern, die noch in den 1700-er Jahren in Schlüsselpositionen der Ver­waltung gekommen sind und seitdem als leitende Persönlichkeiten der Ministerialkon­ferenz galten, die noch im Leben gewesen sind entschwanden (Sinzendorf österreichischer Obersterkanzler, Gundaker Starhemberg, der grosse Experte in der Finanz Verwaltung), die Siebenbürgische Konferenz verfügt vorerst nicht über massgebende Persönlichkeiten, die mit den Genannten verglichen werden könnten (der Marschall Joseph Lothar König­segg-Rothenfels, vormaliger President des Hofkriegsrates, der als Obersthofmeister an der Konferenz meistens presidierte, kann genau so wenig als solcher betrachtet werden, wie der Aussenminister Uhlfeld). Als President der Hofcomission bzw. Hof deputation in Transylvanicis, Banaticis et Illyricis nimmte an der Konferenz Ferdinand Kollowrat­Krakowski teil, er ist jedoch auch nicht von dem Gewicht wie die leitenden Persönlich­keiten des vorangehenden Zeitraumes. Unter den Hofdikasterienräten befindet sich der immer wichtiger werdende Bartenstein, sowie der ehemalige siebenbürgische cameralis director Schmidlin. Die siebenbürgische Fachleute der Hof commission bzw. Hof deputa­tion sind, von Seiten der Reichsfinanzverwaltung die H ofkammerräte Koch und Zuana; die siebenbürgische Hofkanzlei wird an Sitzungen, die siebenbürgiche Angelegenheiten behandeln, neben dem Kanzler Gyulaffi durch die Räte Kozma, Csató oder Gábor Bethlen vertreten. Der gewichtigste Teil der Tätigkeit beider Organe besteht in der Behandlung der rumänischen Religionsangelegenheiten. Diese ist nämlich grundlegend aussenpolitisch bestimmt. Als zweitrangige Grossmacht hat das Habsburgerreich in der Behandlung der Protestanten auf seinen wichtigsten Verbündeten England und auf seinen derzeit schon wichtigsten Gegner Preussen Rücksieht zu nehmen. In der behandelten Zeitraum werden die grundlegende Komplikationen in religionspolitischen Fragen weniger von den Pro­testanten als von den griechischen Kirchen verursacht. Im Falle der unierten griechisch­katholischen Kirche verursacht die Flucht des Inochentie Micu-Klein nach Rom und die damit verbundenen Verwirrungen in der Kirchenverwaltung eine Krise, die den Vatikan Anlass geben sich in die inneren Angelegenheiten des Reiches einzumischen, für die Orthodoxen will der andere wichtige Verbündete des Habsburgerreiches, Russland (unmit­telbar oder durch den Karlowitzer Erzbischof) als Beschützer auftreten, es ist aber auch zu befürchten, dass man durch die Orthodoxen, soweit sie osmanische Untertanen sind, auch mit der Pforte in Kollision geraten könnte. Unter derartigen aussenpolitischen Be­dingungen gestaltet sich die nach mehr Toleranz neigende Religionspolitik [des Habsburg­ischen Führungselite : zunehmende Veranwortlichkeit in der Behandlung der Frage (auch durch die Landesverwaltungsbehörden), die Bevorziigung der Methoden der Überzeugung statt Gewalt, die Differenzierung der Methoden (die Strenge kommt nur stufenweise zur Geltung). Eine moderne Leibeigenenpolitik in Siebenbürgen ist zur Zeit noch nicht sichtbar (die Verwaltung sucht noch in der Reform des Steuersystems und nicht im Schutz der Leibeigeenn die Lösung für die Stärkung des Reiches und seines militärischen Potentials) .

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