Levéltári Közlemények, 51–52. (1980–1981)
Levéltári Közlemények, 51–52. (1980–1981) - FORRÁSKÖZLÉS - Fábiánné Kiss Erzsébet: Duschek Ferencnek az 1848–1849-i működéséről az osztrák bíróság számára írt összefoglalója, 1850 / 267–312. o.
Duschek Ferenc 1848-1849-i működése 305 Gemüth kannte, daher überzeugt war, er werde meiner Absicht entsprechen. Ich appellirte an diese seine Gemüthsbeschaffenheit, indem ich ihm mündlich die Weisung gab, Niemanden wegen seiner politischen Meinung zu verfolgen, keine Untersuchungen vorzunehmen, sondern sich lediglich darauf zu beschränken, von den kamerái Beam[ten die] uu Erklärung abzufordern, dass sie sich der neuen Ordnung fügen wollen; dem Irányi aber zu erklären: dass ich mir die Entscheidung über das Schiksal dieser Beamten vorbehalte, er daher sich jedes Einflusses auf dieselben enthalten möge. — In dieser meiner wohlgemeinten Absicht hegt der Grund der von mehreren in Pest anwesenden kamerái Beamten ausgestellten Reverse. Dass aber meine Besorgnisse nicht ungegründet waren, darüber erhielt ich bald dadurch den nähern Beweis, dass mich Irányi aufmerksam machte, dass ich Beamte, wie den Inspektor Malinkovszky, verwende, welche unverlässlich sind, und sich, seiner Meinung nach, durch willführige Vollziehung der Anordnungen der kaiserlichen] kamerái Verwaltung strafbar gemacht haben. So war ich durch Verhältnisse gezwungen, ähnliche Reverse von auswärtigen Beamten, besonders dort, wo Kommissäre fungirten, wo ich es daher durchaus nicht ausweichen konnte, abnehmen, in den sequestrirten Gütern die Beamten sogar beeiden zu lassen: aber auch da trachtete ich dies möglichst zu vermeiden, wie dies das Beispiel der Patrimonialherrschaft Ráczkeve beweiset, deren Beamten sich von der Eidesleistung zu entheben bathen, und deshalb unbeeidet geblieben sind, weil ich die diesf ällige Anfrage des bald darauf zurückberufenen Kommissärs unbeantwortet lies.™ So ist es mir hinsichtlich der Aerarischen Bergwerksprodukte ergangen. Als ich nach dem Austritte Kossuths aus dem Ministerium im Monate 7ber [September] 1848. die provisorische Leitung des Finanzministeriums übernahm, waren bedeutende Vorräthe an Kupfer und Queksilber in Pest am Lager, welche sich später durch neue Zufuhren noch vermehrten. Ich erhielt die Weisung, mir den Verkauf derselben selbst gegen ermässigte Preise angelegen seyn zu lassen. In Folge dieses Auftrages ward eine Parthie Queksilber verkauft, der Absatz des Kupfers ging jedoch deshalb nicht von Statten, weil ich es nicht verschleudern wollte. Nach der rückgängigen Bewegung Görgeys gegen Ofen-Pest wurde ich wiederholt erinnert, den Verkauf zu beschleunigen, Ende Xber [Dezember] aber beauftragt, das vorhandene Queksilber, und Kupfer um jeden Preis an Mann zu bringen, und von dem leztern nur so viel zu behalten, als zum Bedarf der Kanonenerzeugung erforderlich war. Ich trat diesfalls in Unterhandlungen, brachte jedoch das Geschäft nie zum Abschluss. Als ich am 30ten Xber [Dezember] 1848 von Kossuth, unter Androhung der Strafe des Landesverraths für den Weigerungsfall den Befehl erhielt, nach Debreczin zu gehen, und gleichzeitig auch angewiesen wurde, den Verkauf der Montanprodukte jedenfalls zu vollziehen, wäre es mir ein Leichtes gewesen, dieser Weisung zu entsprechen, und auf der Grundlage der mir gemachten Offerte den Handel abzuschliessen. Dass lag nicht in meiner Absicht. Der Ministerialrath Viesner 96 hat mir vertraulich erklärt, dass er sich der abziehenden Regierung nicht anschliessen könne, ich glaubte demnach in ihm den Mann zur unaufsichtlichen Erreichung meiner Absicht zu finden, und übertrug ihm am 31t[ en ] Xber [Dezember] unter dem Vorwande, dass mir selbst hiezu an Zeit gebricht, das Verkaufsgeschäft mit der allgemeinen Weisung, nach seiner besten Einsicht vorzugehen. Um ihn bei seinem Vorgehen nicht zu binden, gab ich ihm den Auftrag blos mündlich. Damit aber der etwa doch abzuschliessende Verkaufskontrakt nach Einrüken der kaiserlichen] Truppen in Pest, leichter, und ohne Schaden der Betheiligten rückgängig gemacht werden könne, gab ich Wiesner die Weisung, den Verkauf gegen Wechsel auf Zeit mit dem Grosshandlungshause Wodianer abzuschliessen, welches ich gleichzeitig ersuchte, dasjenige Individuum, welches dessen Geschäfte bei dem eben bevorstehenden Debrecziner Markte besorgen wird, bei dem Finanzministerium zu akreditiren, was ich aus dem doppelten Grunde wünschte, um diesen Bevollmächtigten einerseits zu meiner persönlichen Dekung, andererseits zur Sicherstellung des Wodianer selbst, der gegenüber der ung[arischen] Regierung mit dem auf Silberankauf erhaltenen Qeldvorschusse 9 7 in Obligo stand, im Erfordernissfalle zu utilisiren. Wiesner hat meiner Absicht vollkommen entsprochen, das ihm übertragene Geschäft nemlich so geführt, dass diese Metalle im Werthe von mehreren Hundert 96 Vizner Antalt, a volt bécsi bányakamarai tanácsost 1848. máj. 18-án nevezte ki a nádor a Pénzügyminisztérium bányászati osztályához tanácsossá és osztályigazgatói helyettessé. Állását később foglalta el, mivel áthelyezése Bécsből időt vett igénybe. * 7 L. a 100. sz. jegyzetet! 20 Levéltári Közlemények 1980-81