Fejér, Georgius: Codex diplomaticus Hungariae ecclesiasticus ac civilis. Tomi IX. Vol. 6. (Budae, 1838.)
1. c. — Consentiunt de Magyarorum cognatis Itinerantes unanimi testimonio. Bis jetzt ist von den Wogulen seit dem Jahre 1722. nur ein geringer Theii zur Christlichen Religion bekehrt worden , vornemlich nur die Siidlichen, obschon auch diese, wie Pallas zu seiner Zeit meinte, mehr dem Namen , als der That nach, Christen waren, was zum Theil mit ihrer Lebensart zusammenhiingt. Denn wenn gleirh sie ihre friiheren heidnischen Gebrauche und Vorstellungen zu verbergen suchen, sollen sie doch noch zu verschiedenen Gotzen , die sie der Jagd wegen verehren, Abgotterey treiben. Die grossere Anzahi der mehr in den nordlichen Gegenden wohnenden Vogulen, ist noch bis jetzt dem Schamaisrnus , oder der sogenannten magischen Form der Naturreligion ergeben, welches das allgemeine religiose Bewusstseyn aller polarischen Volker bildet. Ihre Priester, die Satkatala , sind meistens die Familien-Oberhuupter zur Elennsjagd , zur Zobeljagd^ sollen sie besondere Gotzenbilder in der Gestalt jener Thiere haben, denen sie Opfer darbringen. So soll an der Soswa bei den Jurten eines reichen Vogulen Denischkin ein vom Stein grob ausgehauenes Bild eines Elenkalbes vorhanden seyn , iiber welches eine besondere Jurte aufgebaut ist, und zu welcheni die Vogulen , aus sehr entfernten Gegenden sich einfinden, um gliickliche Jagd rnit Gebeten, Opfern , und kleinen Geschenken zuerbitten. Sie haben auch Gotterbilder in menschlicher Gestalt. Man soll dergleichen aus Holtz geshnitzte, denen Schrot und Korallenkorner statt der Angen eingesetzt sind , bei ihnen finden. Zu Pallas Zeit fanden Erzsucher in einer ausgebrannten Waldstrecke zwischen Soswa und Lobwa , an einer hohen Fichte ein aus Kupfer gegossenes Bild in menschlicher Gestalt mit einein Jagdspiess versehen , unstreitig ein Vogulischer Gotze. — Die Vogulen verehrten friiher wenigstens ihre Gottheiten meistens in Felsenhohlen.— An der Lobwa befindet sich noch jetzt ein heiliger Tempel der Vogulen, in welchen viele Opferknochen Iiegen sollen. — Unzahliche Biiche , Berge , und Pliitze werden noch jetzt am Ura! mit den Namen Schajtanka, oder Schaidanskaja bezeichnet, weil