Fejér, Georgius: Codex diplomaticus Hungariae ecclesiasticus ac civilis. Tomi X. Vol. 5. (Budae, 1842.)

viel Nachbauwern, die bei im Mesz horeten. Als aber des Zulaufs zu viel warde, da er Mess hielte, als solches vnsere Priester und unser Herr von Constenz Bischof Otto — innen wurden, da sandte er zu iai seinen Vicarien — und seinen oflicial Meister. — Die zween kamen zu im und sagten ihn, warumb er Mess liielte , er wiiste doch woi, dasz er lange Zeit in des Babstes Bann gewesen wer, vnd sunderlich jetzt im Concilio. Da antwortet er einen : Er hielte kein Bann, als diek Gott im Gnad verliehe. Da der Huss dieses (das Verbot bei im Messe zu horen) merket, vnd auch anders horet, sol­cher bosen Sachen, so man auf ihn redle, und auf ihn tractet, da fuhr er auf einen Sontag in den Fas­sten, als man singet oculi mei, nach seiner Mess, und nam ein Brot und ein Flaschlein mit W ein zu ihm, vnd verbarg sich in des Latschenbencks VVa­gen, denn denselbigen \\ agen wollt man fuhren aufs Land, da die Knechte Futer, Heuw, und Stro kauften in einen Dorf — und wollen das nach Mit­tag geholet haben. Da nun die Ritter und das Volk zu Tische kamen, und essen wolten, da fra ceten sio nachdemHussen, und als man im nichtfinden kundt, da lief der Lantscbech zu dem Burgermeister zu Constenz und klagets ihm, das der Burgermister von Stundan die Stadthor soll beschliessen und sollte je­derman bereit sejnzu Ross und zu Fuss, dasz man ! ihm nacheilete. Indem sich aber jederman bereit hat­i te, da ward er auf dem Wagen gefunden. — Nachmittage, als es Eins geschlagen, da nam der selb Herr Heinrich Latschenbeck den Meister Johan Huss auf ein Ross, vn seinen Kaplan auch i auf ein Ross, und viel andere Behmen, die mit ih­nen ritten und fiihrten ihn auf den Obernhof, in die 35 *

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