Linzbauer, Franciscus Xav.: Codex Sanitario-Medicinalis Hungariae 3/2 (Budae, 1855)
Continuatio prima regiminis imperatoris ac regis apostolici Francisci (II.) I.
39 Quem etiam in finem eidem Progrmamati catas Irum quoque illorum subjunctum habetur, qui saluberrimum scopum praememorati Regii Instituti Es sind daher die zu diesem wichtigen Amte der Erziehung bestimmte Lehrer sorgfältig unterrichtet, und in den dazu bestimmten Gebäude zu Wailzen eingesetzt worden, wo sie auch mit unermüdeten Eifer ihr Werk begannen , und die taubstummen Kinder zu unterrichten anfingen. Vollbringet also Edle Mitbürger ! dies glücklich angefangene Werk; vergrös- sert den Fond, und erweitert die Anstalten ; damit ein jedes dieser Art lehrfähige Kind, welches in unserem Vaterlande trostlos herumirret, in diesem wohlthätigen Institute zur Erziehung unterbracht werden könne. Macht, dass diese Geschöpfe, welche sich selbst überlassen kaum Menschen geworden wären, durch Eure Gross- muth der Wildheit entrissen; mit dem wahren Lichte der Religion erleuchtet; ihr Geist mit Kenntnissen bereichert, und ihr Herz für das Tugendhafte empfänglich gemacht wird: damit sie der ewigen Glückseligkeit, für welche sie erschaffen sind, theilhaftig werden. 0! welche sind die vom Himmel Bestimmte, die durch so erhabene Beispiele beseelt, durch so himmlische Gesinnungen geleitet das glücklich angefangene Werk beschliessen werden? Ohne Zweifel, wenn nur etwelche bemitteltere Vaterlandsbürger durch milde Gaben, oder Vermächtnisse zur Gründung dieses wichtigen Werkes beilrügen, könnte man hoffen, dass es noch in unseren Zeiten völlig zu Stande gebracht, und ewig dauernd gemacht icird. Die Blicke des Wohlgefallens vom höchsten Throne des Himmels werden auf Euch, auf eure Kinder, und Nachkommenschaft mit vollem Seegen herabstrahlen, und alles das, was Ihr einem von diesen Kleinsten gethan habt, nach den göttlichen Verheisungen nicht unbelohnt lassen. Mit sicherer Ilofnung, und vollen Zutrauen durchdrungen, dass Ihr diesem aufkeimenden Institute eure Hilfe nicht versaget, werden wir Fürsprecher dieser Ungarischen taubstummen Jugend unser eifrigstes Gebclh zum Beloliner alles Guten täglich ergehen lassen. Ewiger Gott! seegne dieses Institut, seegne seine Stifter, Gulthäter, und Vorgesetzten! Gebe den Lehrern den Geist der Sanftmuth, und Geduld! Erwecke in den Herzen aller gutdenkenden Ungarn gegen diese Unglückliche die Gesinnungen des Wohlwollens : damit dieses Institut durch freiwillige Beiträge, und milde Gaben unterstützt zum ewigen Bestand gebracht werde. Merkwürdig wird für jeden der glückliche Augenblick sein , an welchem die Erziehung, und der Unterricht der taubstummen Jugend im Königreiche Ungarn seinen Anfang genommen hat ! Heilig wird der feierliche Tag immer wiederkehren, an welchen wir, Gütigster Gott ! vor deinem Angesichte eines deiner grössten Ge- bolhe, die Liebe des Nächstens mit einmüthigen Eifer erfüllen konnten. Seine k. k. Apostolische Majestät haben bisweilen zur Bestreitung sämmtlicher Unkosten des Instituts, nemlich der Kleidung, des Unterhalts, und Unterrichts der Zöglinge in ihrer Zahl dreissig beiderlei Geschlechts sammt allen übrigen Bedürfnissen, die jährlich auf 6760 Gulden berechnet werden, die politische Slif- tungsfonde allergnüdigst bestimmt. Es haben aber diese Fonde auch ihre besondere festgesetzte Bestimmungen Daher um sie desto früher von solchem Laste zu erledigen, haben Seine k. k. Apostolische Majestät aus festen Zutrauen in den grossmüthigen Gesinnungen der Edlen Ungarischen Nation, und den frommen Wunsche, die Selbstständigkeit dieses Instituts desto früher zu bewirken, vermittelst Circularien Einer Hochlöblichen Ungarischen Statthalterei allergnädigst zu verordnen geruhet , dass allen denjenigen , die für ihre Person , oder aus mehreren bestehender Gesellschaft dem Institute 2000 Gulden vermachen, das Recht einen taubstummen Zögling vorschlagen zu können , zugestattet werde. Es blieben auch diese Hohe Landesväterliche Gesinnungen nicht ohne gewünschten Erfolg: den es sind Männer beigetretten, die eben so reich an Gross- mutli, und Menschenfreundlichkeit sind, als Sie das Ihrige nach den Pßichlen der Menschheit zur Gründung der heilsamen Erziehungsanstalt für unglückliche Menschen reichlich beitrugen. Ihre Namen sind hier nachgeselzt, und werden auch zum ewigen, und nachahmenden Denkmale der Menschheit für die spätere Nachkommenschaft aufgestellt.