Szakcikk gyűjtemény

Dr. Georg B. Gruber: Ueber Wesen und Wertschätzung der Medizin zu allen Zeiten

55 und »Sympathie« heilt, d. h. den bornierten Vater des Mädchens übertölpelt. — Es ist das wirklich ein heissender Spott, den Moliére der Medizin seiner Zeit antut, doch mag er in vieler Hinsicht gerechtfertigt gewesen sein! Der Dichter zeigt uns ja auch noch, wie solche Aerzte zustande kamen, und zwar in der Person des Thomas Diaforus, des »Eingebildeten Kranken«; dieser Kandidat musste erst als »vollendeter Tölpel« mit Mühe durch das Gymnasium »ge­hämmert« werden, um bereits zwei Jahre später »auf Tod und Leben«, »wie ein Türke an seinen Grundsätzen fest­haltend«, Thesen gegen Harveys grosse Entdeckung zu verteidigen. Man hat Moliére (neben Petrarca) den grössten Aerzte- feind1) genannt; mit Unrecht glaubeich. Wie Petrarca von objektiven Medizinalhistorikern längst als ein Freund des wahren Aerztetums, als ein um die Medizin verdienter Mann charakterisiert wird, da er der in der Prärenaissancezeit sich selbst überhebenden ärztlichen Scholastik zuleibe rückte, so muss man auch Moliére nicht einseitig beurteilen wollen. Hat ja doch dieser eminent begabte Dramatiker, den Grabbe* 2) als Lustspieldichter vor Shakespeare stellte, alle Schwach­heiten seinerzeit gegeisselt, wie z. B. »Les femmes savantes« beweisen können. Oder hören wir eine Stelle aus dem »Ein­gebildeten Kranken« selbst an:3) Argan: »Dein Moliére kann mir gestohlen werden mit seinen Komödien! Ist das auch eine Art, sich über recht­schaffene Leute, wie unsere Aerzte, lustig zu machen?« Beralde: »Er geisselt ja nicht die Aerzte, sondern das Lächer­liche der ärztlichen Kunst!« Argan: »Wie kann er sich unterstehen, der Arzneiwissenschaft auf die Finger sehen zu wollen! Nimmt sich dieser Ein­x) Vgl. in Holländer, Die Karikat. und Satire i. d. Med., S. 50 57, wo auch der berühmte Brief des Dichters an den Papst Clemens VI. in deutscher Uebersetzung aufgezeichnet ist. 2) Grabbe in seiner Abhandlung über Shakespearemanie; zitiert nach Th. H. Rötscher, Einleitung zu Moliéres sämtlichen W erken (v. Schröder herausgegeben). 8) Vgl. Le malade imaginaire III, 3.

Next

/
Thumbnails
Contents