Szakcikk gyűjtemény

Dr. Georg B. Gruber: Ueber Wesen und Wertschätzung der Medizin zu allen Zeiten

45 »Viel wüsst’ ich eben nicht zu nennen, Die Blinde sehend machen können; Doch Sehende, die hat schon mancher blind gemacht! Auch mich hat so ein Schuft um das Gesicht gebracht I« Und hatte auch die Augenheilkunde in Georg Bartisch frühzeitig einen gewissenhaften Meister und Operateur ge­funden, so trieben es doch die Okulisten arg genug. Am nächstbesten Zauneck waren sie zur Operation des Stars zu haben, »Stück für Stück 3—6—12 Groschen!« — Be­handeln wir die Disziplin der Starstecher gleich zu Endel Diese »Blendmeister« waren grossenteils Ausländer, obgleich die Deutschen, die in Georg Bartisch nicht nur einen ge­schickten Augenoperateur, sondern auch einen recht wissen­schaftlichen und gewissenhaften Arzt als Vorbild besassen, ebenfalls ihr Kontingent zum Heer der wandernden Okulisten stellten. Diese Herren suchten, wenn sie schon operiert hatten, möglichst schnell einen anderen Schauplatz ihrer Tätigkeit auf, weil sie sich vor der Wut der zurückgelassenen Patienten zu fürchten hatten. Ein etwas später lebender Engländer wurde zur ersten Berühmtheit dieser Vaganten. Zwar war er ein rite promovierter Arzt, gleichwohl machte er sich durch sein Wesen und seine Umtriebe zum Scharlatan. Hören wir nur einmal an, was auf seinem Geschäftsschild, seiner Visitenkarte stand: »John Ritter von Taylor aus Norwich in England, patentierter päpstlicher, kaiserlich und königlicher Augenarzt, Professor der Optik, Dr. med. et chir. und Verfasser von mehr als 40 Schriften über das Auge und seine Krankheiten in verschiedenen Sprachen.« So ist’s bei Peters zu lesen, bei Holländer findet sich noch eine viel längere Reklametafel. Ueberall wo Taylor hinkam, sammelte er Empfehlungsschreiben und war frech genug, zuzugestehen: »Ein jeder Augenarzt hat eine gewisse Art, sich in Ruf zu bringen; sie sind bloss darin unterschieden, dass der eine gröber prahlt als der andere.«1) Mit den erjagten Titeln erschlich sich dieser Mann Ansehen und ]) Nach Peters, »Arzt und Heilkunst«, S. 126.

Next

/
Thumbnails
Contents