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Dr. Georg B. Gruber: Ueber Wesen und Wertschätzung der Medizin zu allen Zeiten

35 e) »Der Arzt muss Anzeige machen, wenn ein Apo­theker verfälschte Arzneien verkauft.«1) f) »Der Arzt darf nicht gemeinsame Sache bezüglich des Arzneipreises mit dem Apotheker machen — noch weniger eine Apotheke halten.«* 2) II. »Taxordnung.« a) »Die Armen müssen unentgeltlich behandelt werden.« b) »Der Arzt muss seinen Kranken wenigstens täglich zweimal, auf Verlangen des letzteren auch einmal des Nachts besuchen. Dafür erhält er für jeden Behandlungstag: a) in der Stadt (i. e. Wohnort) ... 60 Pfg. ß) ausserhalb der Stadt (i. e. Wohnort) 3.60 Mk. (wenn der Kranke die Auslagen bestreitet;) Y) ausserhalb der Stadt (i. e. Wohnort) 4.90 Mk. (wenn der Arzt die Auslagen bestreitet).« Damals kosteten aber (nach Baas) 9 Eier 5 Pfennige; heute kosten — wenigstens in München3) — 9 Eier bis zu 70 Pfennige; der Geldwert stieg also inzwischen um das Vierzehnfache, so dass nach unserer Rechnung ein einfacher Besuch im Sinne der eben angeführten Verord­nung mit etwa 8 Mark bezahlt wurde, ein Honorar, das für einen praktischen Arzt unserer Tage recht ansehnlich ist. — Doch möge keinen Wehmut ergreifen, ob der ent­schwundenen, dankbaren, goldenen ZeitI Bei Holländer4) merken, der ärztlich spezialistisch tätig sein will, dass das .Spezialistentum', wie A. Bilharz treffend sagt, »nicht auf der halben Höhe der ä-ztlichen Kunst gelegen ist, sondern dass man zu ihm erst dann gelangt, nachdem man die Höhe des Ganzen erstiegen hat, woraus hervorgeht, dass die Aufgabe nicht leichter, sondern schwerer ist. c (A. Bilharz, Die Lehre vom Leben. Wiesbaden 1902. S. 392.) J) Vgl. die heutigestages übliche Apotheken-Visitation durch Amtsärzte. 2) Auch heute darf der Arzt nur im Falle besonderer Ermächtigung Medikamente verabfolgen. *) Zurzeit zahlt man in München für das Ei 7—10 Pfg. (Dez. 1908). 4) Holländer, »Die Karikatur und Satire i. d. Medizin«, S. 189. 3*

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