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Dr. C. Spamer: Ueber die heutige und die frühere Stellung der Psychiatrie zur Gesammtmedicin

4 weitesten Kreisen, es liegt wohl in der menschlichen Natur, dass wohl auch einmal das andere Extrem nicht ausgeblieben ist, die „gouvernementale“ — s. v. v. — Kenntniss oder Be­fähigung für gar nichts zu achten. Was mich betrifft, so ge­stehe ich offen, dass wenn mir die Wahl würde, als Kranker oder selbst als Arzt, in der Anstalt eines gewissenhaften und humanen „Irrenhausverwalters", d. h. ohne klinische Methode verfahrenden ärztlichen Directors, zu leben, oder in der Anstalt eines klinisch oder experimentell physiologisch erfahrenen Diri­genten, welcher sich aber um die Regulirung der Lebensweise der Kranken, um Diät etc., um die Erhaltung des richtigen Tones in der Anstalt, um die Zucht des Dienstpersonales u. dgl. nur wenig bekümmert, diese Dinge als seiner Sorge nicht würdig betrachtet — dass ich dann erstere weit vorziehen würde, so wenig ich auch das Wirken des Ersteren für ein vollkommenes, ganz tadelfreies halte. Der grösste Fehler jenes alten Abschliessungs-Systems lag in seiner Loslösung auch von der Neuropathologie. Es war hiermit bei weitem die wichtigste Quelle des Fortschrittes der Disciplin verstopft. Von vornherein ist es anzunehmen, dass Hirnkranke mit vorwiegend psychischen Krankheitserscheinungen — wie wir das Wort »Geisteskranke“ definiren müssen — häufig auch in anderen als den rein psychischen Hirntheilen, in dem centralen Verlaufe oder den Zellencentren peripherer Nerven, Störungen haben werdeu, Störungen, die wir dann an den peri­pheren Endausbreitungen dieser Nerven werden beobachten können. In der That ist das der Fall, Geisteskranke bieten ein reiches Material von sog. Nervensymptomen. Während diese nun die frühere Psychiatrie — wenigstens eine grosse Zahl ihrer Vertreter — in verwerflichem Dünkel (der allerdings durch die damals auch niederere Entwicklungsstufe der Neuro­logie einigermassen entschuldigt wird) als ganz nebensächliche Erscheinungen zum grössten Theile links liegen Hess, betrachtet sie die heutige Psychiatrie allgemein nicht nur als wissen­schaftlich interessante Erscheinungen, sondern benutzt sie auch als wichtige Merkmale zur Erkennung von Ausbreitung, In­tensität und Prognose des Krankheitsprocesses. Ich erinnere nur an die begleitenden choreatischen Erscheinungen, an die Facialis-Paralysen und Paresen, an die rupillen-Differenzen, die Beschaffenheit des Augenhintergrundes u. s. w. — In dieser Beobachtungsrichtung viel geleistet und sie zu allgemeiner An-

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