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Prof. C. Binz: Die Einschleppung der Syphilis in Europa

5 Der Kaiser Maximilian sagt in einem Erlass „in blasphemos“ an den Reichstag vom 7. August 1495: „Multae variaeque plagae ac poenae fiunt, praesertim novus ille et gravissimus morbus nostris diebus exortus, quem vulgo malum Francicum vocant, post hominum memoriam inauditus.“ In einem Nürnberger Medicinalgesetz von 1496 heisst es, allen Badern sei bei zehn Gulden Strafe zu gebieten, dass sie „die Menschen, die an der neuen kranckheit, mal Frantzos, beflecket und kranck seyn in irn paden nicht gepadet“ u. s. w. Die „Chronik van der billigen Stat Köllen“ vom Jahre 1499 berichtet über das Jahr 1496: „Es war in allen diesen Ländern eine fremde Krankheit, hiess sanct Job’s Krankheit, und es wurden sehr viele Leute davon befallen, aber es starben wenig davon.“ Sehr bald wurde man gewahr, dass die neue Krankheit eine Zugabe der Venus sei, denn schon 1496 besingt sie Th. Ulsenius, damals Stadtphysikus von Nürnberg, in seinem „Vaticinium in epidemicam scabiem, quae passim toto urbe grassatur“ unter anderem so: „Dijaculatnr ovans mentagram viscida licbne, Foeda lues, spurco primum contagia peni, Crustosi (bene nota cano) nova semina morbi.“ Im September desselben Jahres schreibt der Nürnberger Se­bald Clamosus an den Professor Celtes in Ingolstadt, auch bei ihnen sei die „Mala francosa“ eingezogen wie eine Pest. „Eius morbi auctoritatem propterea ad te scribo, ut cautus futurus sis et benignam deam, Venerem, aliquando vites (nam eius calamitatis initium frequenter ex coitu maris ad foeminam acquiritur), ..........ut post b reve gaudium unius noctis infinitus moeror sequatur, id est annuus.“ Der erste ausführliche Bericht stammt aus 1496 im November. Joseph Grlinpeck aus Burghausen in Bayern schildert sie la­teinisch und deutsch als „novum genus morbi, naturae invisum, minaci ferocitate“ und widmet ihr ferner „ein hübsch Tractat von dem Ursprung des Bösen Franzos, das man nennet die Wylden Wärtzen“. Da ihm die Aerzte nichts über die Herkunft dieser „erschrecklichen und grausamen Krankheit“ sagen können, wendet er sich an die Sterndeuter und erfährt nun, dass sie von der Begegnung .des Jupiter und des Saturn entstanden sei. Nicht lange nachher erfuhr er am eigenen Leibe, dass man die olym­pischen Götter oder ihre Vertreter am Sternenhimmel nicht nöthig hat, um mit dem Bösen Franzos genau bekannt zu werden, denn im Jahre 1503 schildert er uns in einer neuen Schrift, wie auch er von diesem „Morbus rabidus et superioribus saeculis incogni­tus“ befallen wurde. Grünpeck war nämlich Secretär des Kaisers geworden und kam mit diesem nach Augsburg. „Hier, so erzählt er wörtlich, veranstalteten einige Freunde und Genossen von mir ein Ge­lage, wobei nicht nur Bacchus und Ceres, sondern auch Venus zu­gegen war, und mitten in die Sinnesgenüsse mengte sich die feind­liche Nährerin menschlicher Pesten, die Ansteckung, und wir alle

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