Szakcikk gyűjtemény
Fritz Raab: Leonardo da Vinci als Naturforscher
18 seine anatomischen Untersuchungen auf das Pferd auszudehnen und seine Bemühungen Flugmaschinen für den Menschen zu bauen, veranlaßten ihn, die Anatomie der Vögel und die Mechanik des Vogelfluges zu erforschen. Damit betrat er das Gebiet der vergleichenden Anatomie, und über seine beim anatomischen Studium und Unterricht befolgte Methode giebt folgende Note Aufschluß: „Ich will den Unterschied darlegen zwischen dem Menschen, dem Pferde und anderen Thieren. Ich beginne mit den Knochen und lasse hieraus alle jene Muskeln folgen, die sich ohne Sehne an zwei Knochen ansetzen, dann die, welche an jedem Ende oder nur an einem mit einer Sehne versehen sind. — Ich will die Anatomie des Beines bis zur Hüfte in jeder Hinsicht auseinandersetzen und die verschiedenen Muskellagen, die Venen, die Arterien, die Nerven, die Sehnen und die Knochen zeigen; letztere aber muß man durchsägen, um ihre Dicke kennen zu lernen." Glaubt man bei diesen Worten nicht einen Professor der Anatomie unserer Tage am Leicheu- tische sprechen zu hören? Nicht weniger als der Mensch und die Thiere erregte sein Interesse die vielgestaltige Pflanzenwelt. Mit Künstlerauge durchforschte er Form, Anordnung und Vertheilung der Blätter und Zweige der Bäume. Um die Blattform zu fixiren gab er eine genaue Anweisung zu dem in neuerer Zeit von Hauer in Wien weiter ausgebildeten Naturselbstdruck von Pflanzentheilen. Sein Auge blieb aber auch hier nicht aus der äußeren Erscheinung haften, er suchte die Lebensbedingungen der Pflanzen zu ergründen und die Art ihrer Ernährung darzulegen. Die stärkere oder schwächere Entwickelung der Baumrinde führt er auf die Bodenbeschaffenheit zurück, er wußte, daß die Jahresringe in feuchten Jahren dicker ausfallen, als in trockenen und die verschiedenen Abstände derselben vom Centrum des Stammes erklärte er aus der Lage des Baumes nach Süden oder Norden^). Das sechste Buch der Abhandlung über die Malerei (496)