Szakcikk gyűjtemény
Fritz Raab: Leonardo da Vinci als Naturforscher
16 Diese lange verschollenen Zeichnungen wurden in neuerer Zeit wieder an's Licht gezogen. Ein Fascikel der Manuscripte Leonardo's kam wahrscheinlich durch den Grafen Arundel, der 1636 als Gesandter bei Kaiser Ferdinand II. weilte, in den Besitz König Karls I. von England, und blieb nebst Handzeichnungen von Hans Holbein in einem besonderen Schrank auf Schloß Kensington verwahrt, wo es im vorigen Jahrhundert Dalton, der Bibliothekar Georg HI., auffand. Dieser Band führt die Aufschrift: „Dissegni di Leonardo da Vinci restaurati da Pompeo Leoni“ und enthält auf 235 Blättern 779 in verschiedener Manier mit schwarzer und rother Kreide aus blauem, braunem und rothem Papier ausgeführte Zeichnungen. Außer Portraits, Karrikaturen, Reit-, Fecht- und Turnier-Gegenständen, Darstellungen aus der Optik, Mechanik und Hydraulik, finden sich darunter zahlreiche, sehr genau mit feiner Feder ausgezogene Abbildungen von Knochen, Muskeln, Blutgefäßen und Eingeweiden, vom Gehirn, Ohr und Auge, in voller Naturwahrheit und höchster künstlerischer Vollendung. Diese Abbildungen übertreffen in mancher Hinsicht, besonders an Feinheit der Ausführung, die berühmten, so lange dem Tizian zugeschriebenen Zeichnungen in Vesal's Anatomie (1538). Paolo Lomazzo, welcher sie bei Francesco Melzi sah, nannte sie „divinamente dissegnati“ und ihrem wissenschaftlichen Werth spendete I. Hunter, der bedeutendste Anatom und Physiologe des vorigen Jahrhunderts, kein geringeres Lob, indem er erklärte: „Ich halte Leonardo für den besten Anatomen und Physiologen seiner Zeit; sein Lehrer und er wußten zuerst den Geist der anatomischen Studien zu wecken." Auf Hunter's Veranlassung nahm Chamberlainé, der eine Auswahl der erwähnten Handzeichnungcn Leonardo's herausgab, in seine Sammlung einige Tafeln mit anatomischen Abbildungen auf. Knox, ein ausgezeichneter englischer Anatom, welcher kürzlich die Originalien studirte, behauptet sogar, die Darstellung, welche (4SI)