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Fritz Raab: Leonardo da Vinci als Naturforscher

14 weis dieser Anschauung erbrachte, in den Ruhm der Begrün­dung der physiologischen Optik sich zu theilen. Als die Kunst allmählich die beengenden Fesseln über­kommener Formen abstreifte und allseitig das Bestreben nach Naturwahrheit hervortrat, empfand der bildende Künstler, der seinen Gestalten lebensvolle Wahrheit einflößen wollte, das un­abweisbare Bedürfniß den menschlichen Körper nicht allein nach seinen äußeren Umrissen, sondern auch nach seiner innern Ein­richtung gründlich zu kennen. Denn um die menschliche Ge­stalt wahrhaft lebendig von innen heraus darzustellen, dazu be­durfte er vor Allem des richtigen Verständnisses ihres Aufbaues. Bei den Aerzten, den naturgemäßen Vertretern der Anatomie, fand der wißbegierige Künstler keine befriedigenden Ausschlüsse, denn mit den anatomischen Kenntnissen der Mediciner im Mittelalter sah es gar traurig aus. Die Araber, welchen die mittelalterlichen Aerzte Europas ihre geringe Wiflenschaft ver­dankten, blieben, so sehr sie sonst in naturwissenschaftlichen und besonders in medicinischen Fächern sich auszeichneten, in der Anatomie völlig unfruchtbar, weil ihnen der Islam das Oeffnen von Leichen verwehrte. Die Auszüge und Erläuterun­gen der Griechen und des Galenus, worauf sie sich beschränkten, und die von den Arabisten (so nennt man die Uebersetzer der medicinischen Schriften der Araber im Mittelalter) in barbari­sches Latein übertragen wurden, mußten dem anatomischen Be­dürfniß der Aerzte genügen, denn auch im Abendlande waren während des Mittelalters Leicheneröffnungen verpönt. Erwähnt doch Mondino de' Luzzi aus Bologna (f 1326), dessen, zum Theil aus dem Canon des Avincenna wörtlich copirtes Lehrbuch der Anatomie durch mehr als zwei Jahrhunderte an allen medicinischen Schulen Italiens fast ausschließlich in Gebrauch stand, ausdrücklich als etwas bemerkenswerthes, er habe drei Leichen zergliedert. Unter diesen Umständen kann uns der Mangel naturgetreuer (492)

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