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Fritz Raab: Leonardo da Vinci als Naturforscher

10 und als leuchtendes Vorbild galt für alle ähnlichen Anstalten, die später in Europa errichtet wurden. Als Lehrer an dieser Schule, also etwa von 1483 bis 1499, entwarf Leonardo eine Anzahl von Schriften^), welche bedauerlicher Weise das Schick­sal der meisten Kunstwerke des Meisters theilten, und größten- theils dem Untergang anheimfielen. Aber selbst die spärlichen Bruchstücke derselben, die gegenwärtig in Mailand und Paris aufbewahrt werden, umfassen eine solch erstaunliche Menge von werthvollen Beobachtungen und so wichtige Ergebnisse wissen­schaftlicher Betrachtungen, daß man eher eine Encyclopädie der Wissenschaft und Kunst jener Zeit vor sich zu haben glaubt, als die flüchtigen Notizen eines einzelnen Mannes. Diese mit Buch­staben und Zeichnungen bedeckten Bogen bilden gleichsam das Tage­buch seines Geistes, sie enthalten Ausschreibungen von Einfällen, wie sie der Augenblick ihm eingab: heute die Skizze eines reizenden Frauenkopfes, an derem Rand ein Sonett, morgen den Aufriß einer Kirche, daneben eine algebraische Berechnung, ein anderes Mal den Entwurf einer Maschine und zur Seite Bemerkungen über den Lauf der Gestirne und den Aufbau der Erde. Ein Theil dieser Schriften verräth durch die Form der Abfassung deutlich seine Bestimmung, als Leitfaden bei den Vorträgen in der Akademie zu dienen; ein anderer aber ent­stand nachweislich im Kriegsgetümmel auf einer im Dienste Cesar Borgia's unternommenen Reise durch Umbrien, und die Romagna. In der Muße pflegte Leonardo diese mannigfachen Beobachtungen und Einfälle nach ihrem Inhalt systematisch zu ordnen und, wie aus zahlreichen Hinweisen in den erhaltenen Manuskripten hervorgeht, bestanden solche geschlossene, in Capitel getheilte Abhandlungen über die Malerei, über Wasserbaukunst, über Bewegung, Stoß und Reibung der Körper, über Maschinenwesen und über vergleichende Anatomie. Die Eigen­tümlichkeit Leonardos von rechts nach links, in Spiegelschrift, (488)

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