Litzmann, C. T. Carl dr.: Das Kindbettfieber in nosologischer, geschichtlicher und therapeutischer Beziehung (Halle, 1844)
Drittes Kapitel. Formen des Kindbettfiebers §. 31-80 - I. Normale Formen
η te und umschriebene Anschwellung· dieser Drüse auf einer oder beiden Seiten zu erkennen. Sie erreichen bisweilen die Grösse einer welschen Nuss. Ein ähnliches Verhalten zeigen eie in der Thyreoidea. In den Tonsillen characterisiren sich die nietastatischen Abscesse durch Anschwellung· derselben und g'elinde Schling- beschwerden; sie stellen nach erfolg-tem Durchbruche Geschwüre von verschiedenem Character dar. In den Muskeln zeig'en sich die metastatischen Abscesse vorzugsweise in denen der Extremitäten, zumal der unteren. Sie kommen in manchen Epidemieen auffallend häufig vor, während die Lungen frei bleiben. Dies war namentlich in der von Tonelle 1829 zu Paris beobachteten Epidemie der Fall. Sie befinden sich immer in der Dicke der Substanz, bis zur Grösse einer Haselnuss, oft in beträchtlicher Menge. Die umgebenden Muskelfasern sind graulieh entfärbt und erweicht, bisweilen aber auch unverändert und von natürlichem Ansehen. Während des Lebens lassen geringe Schmerzen und eine unbedeutende Anschwellung der Muskeln ohne Röthung der Haut auf das Vorhandensein dieser Abscesse schliessen, in anderen Fällen werden auch diese Symptome vermisst. Die Abscesse in der Muskelsubstanz der Herzventrikel sind nicht zu diagnos- ticiren. Die metastatischen Abscesse in der Milz, der Leber, den Nieren, dem Pancreas, dem submucösen und subserösen Zellgewebe, so unter der Schleimhaut des Kehlkopfes, des Darmkanales, der Nierenkelche, der Blase, unter dem Endocardium sind der Diagnose durchaus unzugänglich. Nur die Abscesse unter der Schleimhaut des weichen Gaumens und des Rachens machen sich nach erfolgtem Aufbruche als Geschwüre bcmerklich. §. 56. Nicht minder häufig, als die Blutsgerinnungen im Gefässsysteme und bisweilen gleichzeitig mit ihnen, erscheinen exsudative Entzündungen oder eiterige ExsuJationen in verschiedenen Organen als locale Wirkungen der Eiterinfec- tion. Die Menge des Exsudates ist hier in der Regel sehr beträchtlich und steht nicht, wie bei Peritonitis, in eiuem geraden Verhältnisse zu der Quantität des aufgenommenen Eiters,