Litzmann, C. T. Carl dr.: Das Kindbettfieber in nosologischer, geschichtlicher und therapeutischer Beziehung (Halle, 1844)

Viertes Kapitel. Aetiologie des Kindbettfiebers §. 81-91

Viertes Kapitet. Aetiologie des Kindbettfiebcrs. I. Spontane Genesis. §. 81. Das Kindbettficbcr bat entweder einen miasma­tischen, oder einen contagiösen Ursprung·. Ich g-lanbe nicht, dass man Miasma und Contagium als identisch betrachten darf, dass Contagium nur Miasma in der zweiten Generation ist. Das Contagium ist ein Product des Körpers und kann nicht ausserhalb desselben entstehen. Das Miasma aber bezeichnet die von dem Organismus mehr oder minder unabhängigen Ver­änderungen in der Atmosphäre, durch deren Einfluss der Kör­per zur Bildung jener pathischen Stoße disponirt wird, (fit; eine bestimmte Reihe von Krankheitserscheinungen erregen und, ausgeschieden, die Fähigkeit besitzen, in anderen Körpern sich unter Veranlassung derselben Symptomengruppe zu re- producircn. Die Annahme eines solchen Miasma ist nothwen- dig, um die erste Genesis epidemischer Krankheiten zu be­gründen. Ist einmal die Krankheit überhaupt- entstanden und ein Contagium gebildet, so lallen beide, Miasma und Contagium-— wenigstens das flüchtige, dessen Träger die Luft ist — sehr häufig in der Erscheinung zusammen und es ist oft nicht mehr mit Sicherheit zu entscheiden, ob das eine oder das andere die Schuld der folgenden Erkrankungen trage. Selbst ein neuer Krankheitsausbruch nach jahrelanger Pause, oder in anderen Gegenden könnte vielleicht nur scheinbar miasmatischen Ur-

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