Győry, Tiberius von dr.: Semmelweis' gesammelte Werke (Jena, 1905)

Die ersten Bekanntmachungen der Semmelweis'schen Lehre

Die ersten Bekanntmachungen der Semmelweis’schen Lehre. 43 grau-röthlichem Exsudate gefüllt, im Dickdarm mehrere Gruppen ver­eiternder Follikel, die Schleimhaut an linsengrossen Stellen theils vereitert, theils mit gelbem Exsudate infiltrirt, und jede dieser Stellen mit einem injicirten Gefässliofe umgeben. Die Lungen hell zinnoberroth; im linken obern Lappen eine bohnengrosse blutig infiltrirte dichte Stelle mit einem Eiterpunkte in der Mitte. Dritter Versuch: Am 15. April wurde einem Weibchen etwa 10 Stunden nach dem Wurfe von 4 Jungen der Pinsel zum ersten Male, und dann täglich einmal bis zum Tode, der am 21. April er­folgte, eingeführt. Am 17. äusserte das Thier beim Einführen des Pinsels Schmerz und presste eitriges Exsudat aus dem Uterus. Am 26. kam Diarrhöe. Section: In der Bauchhöhle einige mässige Menge flüssigen und membranartig geronnenen, einzelne Darmwindungen verklebenden Exsudates. Die Schleimhaut der Scheide und des Uterus mit einem gelben innig haftenden Exsudate überkieidet und infiltrirt, die Uterinal- hörner im hohen Grade ausgedehnt, mit graurötlichem schmutzigen Exsudate gefüllt. In der Leber mehrere bis linsengroße, mit eitrigem Exsudate infiltrirte Stellen, auf der Schleimhaut des Dickdarms, nahe dem Endstücke des Processus vermiformis — eine mehr als linsen­grosse, von einem injicirten Gefässliofe umgebene, ulcerirte, mit blass- gelblichem Exsudate überkleidete Stelle. Vierter Versuch: Am 24. Mai wurde einem starken Weibchen etwa 1 Stunde nach dem Wurfe von 5 Jungen der Pinsel, welchen man diesmal in mit Wasser verdünntes Blut aus der Leiche eines vor 36 Stunden an Marasmus verstorbenen Mannes tauchte, einge­führt. Am 25. wurde der Pinsel vor der Einführung mit pleuritischem Exsudate benetzt. Am 26. mit dem Peritonäalexsudate eines Tuber- culösen; eben so am 27. Von da an wurde der Pinsel nicht mehr eingeführt. Das Thier blieb anscheinend völlig gesund, und warf am 24. Juni zum zweiten Male. Fünfter Versuch: Am 2. Juni wurde einem Weibchen etwa 12 Stunden nach dem Wurfe der mit Peritonäalexsudat, das schon beim 4. Versuche verwendet wurde, befeuchtete Pinsel eingeführt. Am 3., 4., 5. Juni wurde die Einführung wiederholt, und von an das Thier unberührt gelassen. Es blieb scheinbar gesund, und warf am 28. Juni wieder. Am 29. Juni wurde der Pinsel mit einem pleuritischen Exsudate befeuchtet neuerdings eingeführt, eben so am 30. Das Thier blieb gesund und wurde am 17. Juli behufs eines anderen Experimentes getödtet. Die Section zeigte keine auf Pyämie hin­weisende Veränderung. Sechster Versuch: Am 10. Juni wurde einem Weibchen einige Stunden nach dem Wurfe der mit eitrigem pleuritischen Exsu­date aus einer männlichen Leiche benetzte Pinsel eingeführt. Vom 11. bis 30. Juni wurde zur Befeuchtung des Pinsels das Peritonäalexsudat eines am Typhus verstorbenen Mannes verwendet. Das Thier blieb gesund, und warf am 13. Juli zum zweiten Male. An diesem Tage wurde der Pinsel neuerdings eingeführt , und von da an täglich bis zum 24. Juli. Das Thier magerte ab, bekam Diarrhöe, und wurde am 30. Juli todt gefunden.

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