Eisenmann dr.: Die Kindbettfieber (Erlangen, 1834)
Erste Abtheilung. Allgemeine Betrachtung über die Kindbettfieber
cbensecretionen zu suchen, im Gegentheil läfst eich nachweiscn, dafs diese Absonderungen entweder gar nicht beeinträchtigt waren, oder erst, in Folge der Krankheit, eine Veränderung erlitten. Duges hat seine Beobachtungen mitgetheilt, welchen zufolge unter 89 Kindbettfieberfällen, die Lochien bey 25 mit dem Eintritt der Krankheit ausblieben, bey 27 am 2ten oder 5ten Tag cessirten, bey Ί>η aber gar nicht unterdrückt, zum Theil sogar vermehrt waren. Aehnlich verhielt es sich auch mit der Lactation, denn bey 20 Wöchnerinnen — von den obigen 89 — war die Milchabsonderung durchaus nicht gehemmt, und bey 7 selbst, trotz der gröfsten Heftigkeit der Krankheit, ganz normal. Aus allem diesem geht hervor, dafs der Zustand des Wochenbetts gewisse Krankheiten begünstige, sie modifizire, aber dafs er diese Krankheiten nicht selbst erzeuge, sondern dafs gewisse äussere schädliche Einflüsse als directe Krankheits - Ursachen zugegen seyn müssen. Nach diesen Erörterungen können wir an die Beantwortung der Frage gehen: ob nur eine einzige oder mehrere Krankheiten den Namen Kindbettfieber führen, und ob diese einzige Krankheit, oder diese verschiedenen Krankheiten blos dem Wochenbett eigen seyen. Sundelin hat in seinem 5ten Supplement· Band zu Berend’s Vorlesungen über practische Arzney-Wissenschaft die bey Kindern vorkommenden Krankheiten in Kinderkrankheiten und in Krankheiten der Kinder geschieden, nämlich in solche, welche nur dem kindlichen Organismus eigenthümlich sind, und in solche, 22,