Bókay, J. von dr.: Die Lehre von der Intubation

II. Teil. Über den Wert der Intubation bei sonstigen mit Stenose der oberen Luftwege einhergehenden Erkrankungen

176 Über den Wert der Intubation bei sonstigen Stenosen. ... \ V\ /A T/J Seit dieser Zeit wird jeden dritten Tag auf einige Stunden intubiert und methodische Einreibungen mit grauer Salbe vorgenommen. Am 18. ist die Atmung kaum mehr erschwert; bei Spiegeluntersuchung ist die narbige Striktur nur bloß am vorderen Winkel bemerkbar, insbesondere bei tiefer Inspiration (Fig. 92). Am 1. Oktober kaum gestörte Atmung; im Spiegel bloß Spuren des einstigen Narbengewebes. Am 11. Ok­tober wird der Knabe, vollkommen ruhig atmend, entlassen. Der laryngoskopische Befund läßt nichts Abweichendes erkennen. Es wurden während der Spitalsbehandlung 30 g Quecksilbersalbe verbraucht. Bei der Entlassung wird Jodkalium verordnet. Seither hatte ich nicht Gelegenheit, den Kranken zu sehen. Fig. 92. Anhang. Die Intubation in der Erwaehsenenpraxis. Die Durchführung des O'Dwyer sehen Verfahrens in der Behandlung Erwachsener gedenke ich bloß kurz zu berühren. Ich kann mich hier nicht auf eigene Erfahrungen berufen, — alles, was ich im nachstehenden zu berichten wünsche, ist literarischen Angaben entlehnt, die zum großen Teile in der Monographie von Maasei (1893), in der gut zusam­mengestellten Arbeit von Sargnon (Tub age et Trachéotomie en dehors du croup chez l’enfant et chez l’adulte. Lyon 1900) und in Egidi s Werk1) vom Jahre 1904 aufzufinden sind. O’ Dwyer hatte, wie wir bereits gesehen haben, sein Verfahren fast von Anfang her in die Erwach­senenpraxis eingeführt. Schon im Jahre 1885 konstruierte er seine für Erwachsene bestimmten Bronze- und Kautschuktuben, und der erste erwachsene Patient, den er mit der Intubation behandelte, war eine 40jährige an tertiärer Syphilis leidende Frau. Und daß im An­schlüsse an diesen Bericht O'Dwyers die Intubation auch in der Er­wachsenenpraxis immer mehr um sich griff, das geht aus den Mitteilungen von Lefferts, Simpson, Pitts und Brook, Casselberry, Massei, Sargnon, Rosenberg, Chiary usw. genügend hervor. Ich wünsche mich an dieser Stelle nicht mit jener Frage zu beschäftigen, wann die Intubation in der Erwachsenenpraxis in ihre Rechte eintritt und wo sie den Vorrang über dem Luftröhrenschnitt verdient. Meine orien­tierenden Bemerkungen beziehen sich auschließlich auf das Instrumen­Fig. 93. !) Intubazione della laringe. Trattato Italiano di Chirurgia. 1904.

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