Bókay, J. von dr.: Die Lehre von der Intubation

I. Teil. Die O'Dwyersche Intubation und deren Ausübung bei der diphterischen Larynx-Stenose

167 Pólya (Budapest) berichtete über einen derartigen schön und ziemlich glatt geheilten Fall. Die Fälle von Alapi und der aus unserer eigenen Be­obachtung waren 4, der von Pólya 6 Jahre alt. d) Die völlige Resektion der verengten Partie der Luft­röhre. Das Verfahren wurde von Professor König (Berlin) bei zwei Fällen mit Erfolg versucht, und wir folgten bei unserem fünften Falle seinem Beispiele gleichfalls mit vollem Erfolge (Dozent Winternitz). König stellte seine beiden Fälle gelegentlich der Sitzung der „Ge­sellschaft für Kinderheilkunde“ zu Hamburg im Jahre 1901 vor, und ich konnte mich selbst davon überzeugen, daß die Kinder prächtig, wenn auch mit auffallend tiefer Stimme phonierten und vollkommen frei atmeten. Pels-Leusden, der Assistent Königs, schilderte das Verfahren bei den auf solche Art behandelten Kranken bei der Vorstellung zusammen­gefaßt folgendermaßen: 1. Die verengte Narbe wird bloßgelegt und so weit reseziert, bis man auf- und abwärts normal kalibrierte und unveränderte Wandteile erreicht. Sodann werden die beiden Teile rückwärts mit Catgut-, seitlich mit Seiden­nähten vereinigt, so daß eine Mulde entsteht, in welcher ein Finger be­quem Platz hat. Man spaltet abwärts die Luftröhre und legt eine ge­wöhnliche Kanüle ein. Der Kehlkopf wird mit Jodoformgaze tamponiert, später mit Knopfkanülen bougiert. 2. Nach Abheilung der vereinigten Stellen, was ungefähr 4 Wochen in Anspruch nimmt, wird eine Schimmelbusch sehe Schornsteinkanüle eingelegt, die man alle 8—10 Tage auszuwechseln hat und sehr lange, Monate hindurch tragen lassen muß, bis ein ständiges Lumen zur Ent­wicklung gelangt. Die Gefahr des Decubitus ist in diesem Zeiträume offenbar nicht groß. 3. Man entfernt die Schornsteinkanüle und wendet eine gewöhn­liche gefensterte Kanüle an, solange die Atmung durch den Mund nicht frei wird und auch frei bleibt, sonst kehrt man wiederholt zur Schornsteinkanüle zurück; wenn nötig wird Kehlkopf und Luftröhre durch einen Längsschnitt eröffnet und das Hindernis aufgesucht und behoben. 4. Man entfernt endgültig die Kanüle, nachher bleibt das Kind noch eine Zeitlang in Spitalspflege, bevor es entlassen wird. Wenn an der vorderen Luftröhrenwand ein Defekt zurückgeblieben ist, so kann derselbe nachträglich ersetzt werden nach Schimmelbusch aus dem Brustbein, nach König aus dem Schlüsselbein, nach König (Altona) aus dem Schildknorpel oder endlich nach der Methode von Mangoldt durch Transplantation von Rippenknorpel, — eine Methode, mit welcher sowohl ihr Erfinder, als auch andere Chirurgen schöne Resultate erzielten. Worin in einem ähnlichen Falle unser Vorgehen nach der Resektion in der Nachbehandlung bestand, dies geht aus der oben geschilderten Krankengeschichte unseres fünften Falles von narbigem Kehlkopfverschluß genügend hervor. Nach alldem fragt es sich, wie sich unser Verfahren in der Zukunft bei ähnlichen Fällen gestalten wird? Über die nach der Intubation entstandenen Kehlkopfverengerungen.

Next

/
Thumbnails
Contents