Külügyi Szemle - A Magyar Külügyi Intézet folyóirata - 2013 (12. évfolyam)
2013 / 2. szám - MAGYAR-OSZTRÁK KAPCSOLATOK - Zimmermann, Michael: Einleitung
Einleitung Österreich versteht sich selbst als mitteleuropäischen Staat, dem die Zusammenarbeit mit anderen Ländern der Region ein großes Anliegen ist. Die Frage, welche Länder überhaupt zu „Mitteleuropa" gehören, ist diskutabel. So trifft man in Ungarn häufig auf die Meinung, Österreich gehöre (eher) zu Westeuropa, was zumeist historisch - u.a. mit dem Verlauf des Eisernen Vorhanges - begründet wird. Österreich zeigt seit Jahren großes Interesse an und Zugehörigkeitsgefühl zu seinen mitteleuropäischen Partnern. 2001 wurde von der damaligen österreichischen Außenministerin Benita Ferrero-Waldner ein Konzept der strategischen Partnerschaft mit den Nachbarstaaten Österreichs sowie Polen vorgestellt, das auch den EU-Beitritt der Partner unterstützen und beschleunigen sollte. Die Vision von Mitteleuropa als einer in der EU verankerten Region wurde dann bereits 2004 verwirklicht. In der Regionalpolitik zeigt sich auch die neue europäische Demokratie durch die direkte Beteiligung der Bürger und der von ihnen gestarteten Initiativen. Die grenzüberschreitende bilaterale Kooperation und die dafür vorgesehenen EU-Fördermittel werden zu einem großen Teil von der Zivilgesellschaft, gemeinsam mit den europäischen Institutionen, getragen. Damit ist auch der persönliche Kontakt zwischen den Menschen besonders wichtig, um die Zukunft gemeinsam mitgestalten zu können - sei es politisch, wirtschaftlich oder kulturell. Österreich und Ungarn engagieren sich gemeinsam im Rahmen regionaler Kooperationsprogramme wie der Europäischen Territorialen Zusammenarbeit, Centrope - Europa Region Mitte und der Euregio Westpannonien. Als Beispiel für diese Zusammenarbeit möchte ich das Projekt „Aqua Burgenland Sopron" nennen, das mit einem Budget von 100 Millionen Euro die Wasserversorgung von mehr als 250 000 Personen verbessern wird. In den nächsten Jahren soll die grenzüberschreitende Infrastruktur weiter verbessert werden. Zunehmende Zusammenarbeit besteht auch im Jugendausbildungssystem. Die bilateralen Beziehungen haben einen sehr realen Hintergrund: die wirtschaftliche Verflechtung zwischen Ungarn und Österreich ist seit 1989 rapide gewachsen - 2012 betrug das Handelsvolumen ca. 7,4 Mrd. €. Der Umstand, dass Ungarn 2012 - erstmals seit Jahrzehnten - einen Handelsüberschuss erzielte, zeigt, dass die Europäische Union tatsächlich als Wirtschaftsraum zusammenwächst. Die Präsenz der österreichischen Wirtschaft - von Familienunternehmen, Klein- und Mittelbetrieben bis hin zu internationalen Konzernen - in Ungarn zeichnet sich seit mehr als zwanzig Jahren durch Nachhaltigkeit und partnerschaftlichen Charakter aus. Auch in Krisenzeiten haben österreichische Firmen weiter expandiert und neue Arbeitsplätze geschaffen. Dabei ist aber ein berechenbares und sicheres Investitionsklima für die Präsenz österreichischer Unternehmen in Ungarn besonders wichtig. Seit der endgültigen Öffnung des Arbeitsmarktes 2011 steigt die Zahl ungarischer Arbeitnehmer in Österreich ständig. In der regionalen Entwicklung spielen außerdem grenzüberschreitende Naturschutz- und Umwelt-Projekte eine wichtige Rolle (Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel / Fertő-