Külügyi Szemle - A Teleki László Intézet Külpolitikai Tanulmányok Központja folyóirata - 2003 (2. évfolyam)

2003 / 1. szám - KÖZEL-KELET - Csicsmann László: Az "iszlám versus Nyugat" diskurzus a globalizálódó médiában

Résumé Der Diskurs „Islam versus Westen" in den global werdenden Medien In den 1990er Jahren, nach dem Untergang des bipolaren internationalen Systems, werden zahlreichen Verfassern von Analysen zufolge die internationalen Prozesse von den zivilisatorischen und kulturellen Unterschieden bestimmt, von denen sich die am tiefsten liegende Risslinie zwischen dem Islam und dem Westen herausgebildet hat. Ziel der vorliegenden Studie ist es, den Einfluss der immer globaler werdenden Me­dien zu untersuchen, ob diese Medien den Dialog zwischen den Zivilisationen fördern oder nicht. Der Autor gelangt zu der Feststellung, dass der Islam von den westlichen Medien mit Extremismus, Terrorismus und Gewalt identifiziert wird, und dass er der öffentlichen Meinung nicht einmal die Möglichkeit bietet, den Anderen, den Fremden kennenzulernen. Hinter dieser Wirkung der Medien finden wir in den meisten Fällen die Verknüpfung zwischen den Interessen der nationalen Außenpolitik und der wirt­schaftlichen Akteure. In der westlichen, innerhalb dieser vor allem der amerikanischen Außenpolitik, wurde das Aufhalten der Sowjetunion von der „Aufhaltung" des Islams abgelöst. Edward W. Said, Verfasser palestinensischer Herkunft, verweist in einer in den 1970er Jahren verfassten Arbeit darauf, dass während im 18.-19. Jahrhundert die Orientalisten das Kennenlernen des Orients den Interessen der Kolonialisierung, d.h. den Islam ab ovo dem „Barbarischen" und der Rückständigkeit untergeordnet hatten, im 20. Jahrhundert die Stelle der Orientalisten von den Medien übernommen wurde. Die Medien sind an die Spitze des Kampfes gegen die „globale Intifada" und die „grüne Gefahr", d.h. gegen das Aufhalten des Islams, getreten. Dahinter verbergen sich vier vereinfachende Vermutungen: 1. Es existiert ein islamischer Zusammenhalt, Dschihad gegen den Westen, 2. Der Fundamentalismus wird mit dem Antisemitismus und dem Nazismus verglichen, 3. Der Islam bildet eine monolithische Einheit, 4. Die islamische Religion ist die Ursache für die Rückständigkeit der islamischen Zivi­lisation. In der zweiten Hälfte der Studie unternimmt der Autor aufgrund der angelsächsi­schen und der ungarischen Printmedien den Versuch, in Verbindung mit dem Terror­angriff vom 11. September 2001 die mit dem Islam zusammenhängenden Attitüden zu untersuchen. Als Ergebnis der Forschungen kann Folgendes festgestellt werden: wäh­rend in den westlichen Medien ein lebhafter Dialog über den Islam begonnen hatte, ist die ungarische Presse auch weiterhin im Zauberkreis der Stereotypen geblieben. 773 2003. tavasz

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