Diplomáciai Iratok Magyarország Külpolitikájához 1936-1945, 2. kötet

Függelék - VI. Inhalt der Aktenstücke

270. 23. 7. 1938 Berlin 271. 29. 7. 1938 Bled 272. 3. 8. 1938 London Ciano vertraut Stojadinovic, der sich von seinen Verpflichtungen gegenüber seinen Bündnispartnern innerhalb der Kleinen Entente befreien möchte; gegen die Deutschen aufzutreten, werde er unter keinen Umständen bereit sein; wenn dem deutschen Angriff auf Bündnisebene ein ungarischer Angriff auf die Tschechoslowakei folgen würde, werde dies kein Einschreiten Jugoslawiens auslösen. Kánya führt Argumente gegen die als zuverlässig geltende Haltung des jugoslawischen Ministerpräsidenten an; seine Äußerungen würden keine Gewähr dafür bieten, daß Jugoslawien im gegebenen Falle vom einem Angriff auf Ungarn absehe. Das italienisch —englische Abkommen — das Ciano im einzelnen darlegte — konnte bisher wegen der Spanienfrage nicht in Kraft gesetzt werden. Italien ist nicht bereit, gleichzeitig mit dem engli­schen Abkommen auch einen italienisch —französischen Vertrag zu schließen. Die deutsch —italienischen Beziehungen werden von Ciano als aufrichtig und eng bezeichnet; die italienisch —englischen und die italienisch —französischen Beziehungen dagegen beurteilt er pessimistisch. Ciano ersucht Ungarn nachdrücklich, aus dem Völker­bund auszutreten; mit Rücksicht auf die Minderheitenfrage sind die ungarischen Regierungsmitglieder vorerst nicht zu diesem Schritt bereit. Das Interesse an Rumänien hat abgenommen. Zweite Besprechung am 18. 7. 1938 um 18 Uhr. Anwesend' sind Mussolini, Ciano, Imrédy und Kánya. Ministerpräsident Imrédy übergibt dem italienischen Regierungs­chef ein Memorandum zu wirtschaftlichen Fragen; Mussolini empfiehlt den Ausbau der ungarischen Kriegsluftfahrt und sagt Unterstützung zu. Die Abmachungen des Römischen Paktes sind auch nach dem Ausscheiden Österreichs unverändert gültig. Kánya unterstreicht noch einmal, daß er den Jugoslawen nicht vertraue und es daher notwendig sei, die Jugoslawen von italieni­scher Seite energisch auf die Notwendigkeit eines ungarisch — jugoslawischen Ausgleichs hinzuweisen. Mussolini sagt zu, er werde, um die Haltung Jugoslawiens zu klären, mehrere Fragen an die jugoslawische Regierung richten. Bericht des ungarischen Gesandten in Berlin an den Außenminister Nach Informationen des Staatssekretärs im Auswärtigen Amt plant die tschechoslowakische Regierung die Aufstellung von „Provinzialregierungen", diese Lösung sei für die Sudetendeutschen unannehmbar; der englische Botschafter in Berlin hat bei seiner letzten Unterredung fühlen lassen, daß England zunehmend Bereitschaft zur Einmischung in einen europäischen Konflikt zeigt. Der ungarische Gesandte teilte dem Staatssekretär mit, nach ungarischen Informationen sollen die Polen die Kriegsbereit­schaft der Sowjetunion für einen Bluff halten. Die Deutschen würden gern wissen, welche Haltung Polen Rumänien gegenüber einnehmen werde, wenn es sowjetische Truppen durchmarschieren lassen würde und welche polnische Haltung in einem deutsch — tschechoslowakischen Konflikt zu erwarten wäre. Bericht des ungarischen Gesandten in Belgrad an den Außen­minister Der Leiter der politischen Abteilung im jugoslawischen Außen­ministerium ersucht darum, die zwischen Ungarn und den Staaten der Kleinen Entente geplanten Abmachungen noch vor der Konfe­renz der Kleinen Entente in Bled zu sanktionieren. Chiffretelegramm des ungarischen Gesandten in London an den A ußenminister Vansittart erklärt, Lord Runciman gehe nach Prag, um eine Vermittlerrolle in der sudetendeutschen Frage zu übernehmen. 973

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