Diplomáciai Iratok Magyarország Külpolitikájához 1936-1945, 2. kötet
Iratok - I. A Rajna-vidék megszállása és kihatása; Magyarország és a kisantant kapcsolatainak alakulása (1936. március 11—december 23.)
Bis zum Zeitpunkt dieser grossen Abrechnung will Italien politisch und militärisch jene Vorbedingungen schaffen, die ihm diese Abrechnung ermöglichen wird, das heisst: es will bis zu diesem Zeitpunkte möglichst stark werden und alle übrigen Differenzen mit den andern Staaten bis zu diesen Zeitpunkt, natürlich zu seinem Gunsten, liquidieren. Meiner Überzeugung nach kann daher davon keine Rede sein, dass die Italiener mit den Russen — ob es nun Sovjet-russen sind oder Nationalrussen sind — jelmals in einem gemeinsamen Lager sein könnte. Wenn Italien zur Erreichung zeitlicher oder örtlicher Vorteile sich den Russen nähert, oder zu mindestens nicht die Zähne zeigt, so kann das ihnen nicht Übel genommen werden und ist mit der Macchiavellistischen Linienführung der Italiener begründet. Italiens ungemein glückliche Aussenpolitik wird seit langem vom Prinzip des „sacro egoismo" geleitet. Wenn dies schon vor dem Weltkrieg erkannt worden wäre, so wäre die Überraschung erspart geblieben, das Mitglied des Dreibundes im Feindeslager abschwenken zu sehen. Italien wurde durch obiges Prinzip zwangsläufig dorthingeführt. Jetzt will und kann Italien weder von Deutschland noch von Ungarn, noch von Österreich territorial etwas gewinnen; seine grossen Zukunftsträume kann es nur auf Kosten Frankreichs (Tunis, Korsika, Südostfrankreich?) und Englands (Vorherrschaft im östlichen und mittleren Mittelländischen Meer?) verwirklichen. Deshalb halte ich die Wiederaufrichtung der Stresafront für sehr unwahrscheinlich. Sollte letztere aber doch wieder erstehen, so wird sie bei Ausbruch des nächsten Krieges zusammenstürzen, weil das Prinzip des „sacro egoismo" Italien zwangsläufig ins deutsche Lager führen wird. Ich hörte auch, dass einige Berliner Kreise es für angezeigt halten würden, wenn Ungarn dem Beispiele Österreichs folgend seine Gleichberechtigung in der Bewaffnung aussprechen würde. Ein solches Verhalten Ungarns hätte wenig Sinn und wäre nur dazu angetan, die Aufmerksamkeit Genfs, die ja lange Jahre ständig auf Ungarn konzentriert war, und in der letzten Zeit etwas nachgelassen hat, wieder auf Ungarn zu konzentrieren. Ungarn hält sich militärisch ja schon seit Jahren nicht an den Trianoner Vertrag. Seelisch hat es ja den Vertrag niemals angenommen. Es baut an seiner Armee und rüstet sie in dem Masse aus, als es seine materiellen Mitteln überhaupt gestatten. Die kleine Entente und namentlich Frankreich würde es gerne sehen, wenn Ungarn mit der Bitte um Gleichberechtigung vor Genf erscheinen würde. Der Budapester französische Militärattache hat diesen Gedanken viermal beim Chef unseres Nachrichtenbureaus vorgebracht. Die Tendenz unserer Feinde ist: sich die grossmütige Bewilligung der Gleichberechtigung der Bewaffnung abkaufen lassen. In erster Linie wollen sie uns eine Beschränkung der Bewaffnung und Ausrüstung auferlegen und dadurch eine unmittelbare Kontrolle ausüben. Weiters möchten sie, dass Ungarn seinen Revisionsansprüchen entsagt, und wenn das nicht ganz zu erreichen wäre, dass Ungarn mindestens für eine gewisse Zeitdauer — sagen wir 25 Jahre — auf seine Revisionsansprüche Verzicht leistet. 149