Zounuk - A Szolnok Megyei Levéltár Évkönyve 3. (Szolnok, 1988)

TANULMÁNYOK - Cseh Géza: Országgyűlési választási mozgalmak Jászberényben a kiegyezéstől a millenniumig / 87. o.

GÉZA CSEH LANDTAGSWAHLBEWEGUNGEN IN JÁSZBERÉNY VOM AUSGLEICH BIS ZUM MILLENNIUM Die Studie behandelt die Geschichte der in Jászberény stattgefundenen Land­tagswahlen zwischen 1867 und 1896 sowie die ökonomischen und gesellschaftlichen Hintergründe. Die Bevölkerung von Jazygien-Kumanien hatte durch Loskaufung (redemptio) im Jahre 1745 mit einer halben Million rheinischen Gulden ihre alten Freiheitsrechte wiedererworben. Das nach dem Ausgleich bestehende Staatssystem erkannte dies jedoch nicht als Erablösung an und verpflichtete die Bevölkerung zur Zahlung ge­sonderter Zuschläge. Wegen ihrer Enttäuschung über die Steuerpolitik der Regierun­gen zur Zeit des Dualismus stellten sich die jazygisch-kumanischen Kleingrundbesitzer an die Seite der Oppositionsparteien und unterstützten die linke Mitte und die extreme Linke. Erneutes Unrecht widerfuhr der Einwohnerschaft, als im Jahre 1876 der Status des Komitatssitzes aufgehoben und im Jahre 1885 der Gerichtshof abgeschafft wurde. Im Vergleich zu den anderen jazygisch-kumanischen Siedlungen wies die Agrargesell­schaft der Stadt ein weniger differenziertes Bild auf. In den Jahren nach dem Aus­gleich war die Anzahl der armen Bauern noch relativ gering. Die Mitglieder der Stadt­und Gemeindegutsverwaltung kamen aus den Reihen der Grossbauern. In dieser un­günstigen Umgebung fanden die radikalen Strömungen wie die Demokraten und die extremen Linken keine breite Basis. In Jazygien-Kumanien und in Jászberény hielt man nach wie vor dem Hof die Treue, während sie in Grosskumanien nach dem Aus­gleich ganz und gar erloschen war. Das alles gab den politischen Bewegungen der Stadt zur Zeit des Dualismus ein konservatives Gepräge. Zwischen 1861 und 1872 trug bei den Jászberényer Landtagswahlen die linke Mitte den Sieg davon. Im Jahre 1875 gewann zwar der Kandidat der Liberalen, doch in der Zeit von 1878 bis 1896 erhielt stets die 67er Opposition das Mandat der Stadt. Von 1881 bis 1933 wurde Jászberény durchweg vom Parteiführer Albert Apponyi auf dem Landtag vertreten. In der Hoffnung, Apponyi würde Ministerpräsident und könn­te dann Jászberény wieder zum Komitatssitz machen, sicherte ihm die Stadt ein dauer­haftes Mandat. Die Massenverarmung der Kleingrundbesitzer in den 1890er Jahren zog an­wachsende gesellschaftliche Spannungen in der Stadt nach sich. Die armen Bauern forderten die Aufteilung der Gemeindeweiden, die Gewerbetreibenden, die Kaufleute und die Intelligenz bestanden auf der Senkung der Einkommenssteuerzuschläge, und die wenigen vermögenden Unternehmer verlangten die Förderung der Industrie. Vor 121

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