Inventare Teil 7. Inventar des Wiener Hofkammerarchivs (1951)
Die Bestände des Wiener Hofkammerarchivs - 46. Pester (Flüchtungs) Akten 1809 - 47. Landeshofkommissariats- und Spitalsakten (1805 ff., 1809 ff.)
47. Landeshofkommissariat 147 3. Ungarische und siebenbürgische freiwillige Beiträge (1806—1807) Um jenen Provinzen, wo 1805 „grosse armeen gestanden oder durchzohen sind und wo zum theil auch der ausschlag der ... erndte sehr ungünstig war“, etwas aufzuhelfen, richtete der Kaiser mit Handschreiben vom 28. Dezember 1805 an die „vermöglicheren güterbesitzer des königreichs Ungarn“ die Aufforderung, den erschöpften Staatsmitteln durch freiwillige Leistungen zu Hilfe zu kommen. Die Beiträge konnten „in körnern oder in vieh bestehen“, konnten „ganz unentgeltlich oder gegen geringere als die gewöhnliche preise oder gegen fristenmässige Zahlung geleistet werden“1); aber auch Bargeld wurde gern genommen 2). Die Sammlung und Verrechnung von Geld und Naturalien erfolgte durch die ungarische Hofkammer, die das Ergebnis laufend an den mit der Leitung der ganzen Aktion betrauten österreichischen Hofkammerpräsidenten Grafen Karl Zichy zu berichten hatte. Die aus dieser Tätigkeit der Wiener Zentralstelle erwachsenen Akten wurden im Jahre 1806 in der Präsidialkanzlei protokolliert, aber dann sondergelegt, 1807 erhielten die Stücke eigene Zahlen mit der Beifügung „Approvisionierung“; sie sind daher für 1806 im Präsidial-Protokoll und Index zu finden, während sie für 1807 eines Behelfes ermangeln. 2 Faszikel. 4. Akten des Landeshofkommissariats (1809) Am 24. April 1809 wurde analog den 1805 getroffenen Einrichtungen der Staats- und Konferenz minister Graf Rudolf Chotek zur Besorgung der infolge der feindlichen Invasion notwendigen Geschäfte als Hofkommissär bestellt und ernannte seinerseits den Hofrat bei der Hofkammer Anton Friedrich Frh. von Mayern zum Leiter der 2. Abteilung des Hofkommissariates (für „Casernen-, Spitals- und Einquartierungs- und Vorspanngeschäfte“), als der er sich schon 1805 bewährt hatte 3). Doch fand die Wirksamkeit des landesfürstlichen Hofkommissariats schon nach 14 Tagen ein Ende: am 19. Mai 1809 wurden durch ein Dekret Napoleons seine Geschäfte an die niederösterreichische Landesregierung und deren Präsidenten Ferdinand Grafen von Bissingen übertragen 4). Die Akten des Hofkommissärs selbst umfassen für den kurzen Zeitraum 163 Zahlen; Index und Protokoll haben sich dazu nicht erhalten. Die Akten der 2. Abteilung zählen 156 Nummern, von denen aber kaum die Hälfte noch vorfindig ist. Der Bestand ist in acht Betreffkonvolute unterteilt: 1. Landesfürstliches Kommissariat und Personal, 2. Vorspann wesen, 3. Einquartierungen, 5. Miszellanea5), 6. Spitäler und Personal, 7. Patente, 8. Fortifikationsund Verteidigungsanstalten. Ein Protokoll mit Index liegt im Faszikel. 1 Faszikel. *) Z. 11 ex 1806 des obigen Bestandes. 2) Z. 132 ex 1806 des obigen Bestandes. 3) Nr. 1 der 1. Abteilung. *) Schimmer, Die französischen Invasionen. Wien, 1846, S. 99. 6) Eine Abteüung 4 fehlt.