Inventare Teil 7. Inventar des Wiener Hofkammerarchivs (1951)
Die Bestände des Wiener Hofkammerarchivs - 46. Pester (Flüchtungs) Akten 1809 - 47. Landeshofkommissariats- und Spitalsakten (1805 ff., 1809 ff.)
46. Pester Flüchtungsakten 1809 — 47. Landeshofkommissariat 145 hatte aus Räten der Hofkanzlei und der Hofkammer „eine hofkommission zu bilden“ und deren Mitglieder nach seinem „befund theils einzeln und theils vereint zu gebrauchen“ 1). Die Kommission selbst, die nun sofort ihre Wirksamkeit begann, bezeichnete als ihre Aufgabe, alle „angelegenheiten, die sich auf das a. h. finanz-patent vom jahre 1811 beziehen, zu verhandeln und zu erledigen, die durch dasselbe veränderten Verhältnisse der gefälle und der öffentlichen fonds zu ordnen und die approvisionirungs-gegenstände zu leiten“. 1812 wurde ihr dann noch mit a. h. Entschließung vom 4. September die Einführung der neuen Erwerbsteuer aufgetragen 2). Alle diese Aufgaben waren gegen Ende des Jahres 1814 erfüllt und die Kommission — sie hatte ihren ersten Vorsitzenden, Grafen Wallis, überlebt und wurde zuletzt vom Hofkammervizepräsidenten Grafen Joseph Herberstein-Moltke geleitet — beantragte selbst ihre Auflösung, der der Kaiser mit Resolution vom 20. Dezember 1814 zustimmte3). Mit 1. Jänner 1815 stellte die Kommission ihre Tätigkeit ein, ihre Agenden fielen zum Teil an die Hofkanzlei (Approvisionierungssachen, Erwerbsteuer), zum Teil an die Kredit-Hofkommission und Bankodeputation. Mit den Agenden sollte auch der darauf bezug habende Teil der Kommissionsakten an die sie besorgende Stelle übergeben werden. Die Scheidung in die für die Registratur der Hofkanzlei und der Finanzstellen (Hofkammerregistratur) in Betracht kommenden Akten wurde auch durchgeführt, doch verblieben schließlich beide Reihen in der Registratur der Hofkammer und wurden erst jüngst wieder in ihre ursprüngliche Ordnung gebracht. 23 Faszikel, 22 Bücher. 46. Pester Flüchtungsakten 1809 Dieser 18 Faszikel und 13 Behelfbücher umfassende Bestand, unterteilt in die Abteilungen Camerale, Bancale und Ungarn, ist der Niederschlag der Tätigkeit der Hofkammer während ihres Fluchtaufenthaltes in Pest im Kriegsjahr 1809. Die Akten wurden nach den drei großen Registratursdepartements unterteilt, haben aber den Weg in die laufenden Faszikelreihen, in denen diese Monate fehlen, nicht gefunden. 47. Landeshofkommissariats- und Spitalsakten (1805 ff. und 1809 ff.) Teilbestände 1. Landeshofkommissariatsakten, 1805—1807, 10 Faszikel 2. Akten der 2. Abteüung des Landeshof kommissariats, 1805—1808, 13 Faszikel 3. Ungarische und siebenbürgische freiwillige Beiträge, 1806—1807, 2 Faszikel 4. Akten des Landeshofkommissariats (Chotek), 1809, 1 Faszikel 5. Akten des Landeshof kommissariats (Wrbna), 1809, 25 Faszikel 6. Spitalsakten, 1809, 25 Faszikel 1. Landeshofkommissariatsakten (1805—1807) Mit Handschreiben vom 27. Oktober 1805 wurde im Hinblick auf die unabwendbar gewordene Besetzung Niederösterreichs und Wiens durch die 1) Zentral-Finanz-Hofkommission, Nr. 1 ex 1811. 2) Zentral-Finanz-Hofkommission, Nr. 1822 ex 1814. 3) Ebendort.