Inventare Teil 5. Band 6. Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs (1938)

Die Urkundenabteilung von Paul Kletler

118 Die Urkundenabteilung. 1437, 1439, 1445; König Ferdinand, zahlreiche Handels- und Schiffahrts­privilegien von 1459—1490). Spanien mit Handels-, Freiheits- und Schutzprivilegien König Ferdinands und Karls Y. von 1507—1536 und den Bestätigungen dieser Privilegien durch die Nachfolger, Philipp II., in., Karl II. und III. (später Kaiser Karl VI, 1709). Ungarn, die umfang­reichste dieser Untergruppen, mit Urkunden Ludwigs d. Gr. (27. Mai 1358 Verordnung, das an Ungarn zurückgelangte Ragusa solle den Huldigungs­eid schwören und einen jährlichen Tribut von 500 fl. entrichten), der Köni­gin Maria, König Sigismunds, Albrechts II., des Ladislaus Posthumus, Matthias Corvinus und Wladislaws (1502): meist Privilegienbestätigungen und Quittungen über Geldhilfen und Soldatenstellungen der Ragusaner. Frankreich mit Privilegien besonders betreffend Handel und Schiff­fahrt (Handelsvertrag vom 3. Juni 1766), ferner Beglaubigungsschreiben für die französischen Gesandten in Ragusa von Karl VIII. (1385) bis Lud­wig XIV. (1660). Endlich noch verschiedene Staaten und Städte (Venedig, Messina und Syrakus, Tarent, Ancona, Bosnien und Serbien, Sebenico und Spalato, Almissa, Cattaro u. a.) mit Verträgen aller Art; die ältesten, aller­dings nur in alten Kopien überlieferten Urkunden dieser Gruppe sind der Friedensvertrag zwischen Ragusa und Pisa vom 3. Mai 1169 und eine Ur­kunde des Grafen von Cattaro vom 25. Sept. 1181; sonst sei noch angeführt die Urkunde über die Unterwerfung Ragusas unter Venedig von 1232. Das Repertorium XIV C (AB. 395/3) enthält die Urkunden in serbischer Sprache, gleichfalls etwa 250 Stück, meist Privilegien und Friedensverträge von (1100) 1190 bis etwa 1500, dann in großen zeitlichen Sprüngen bis 1798 reichend. Das Repertorium XIV B (AB. 395/2) endlich enthält den umfangreich­sten Bestand der im StA. gewesenen Ragusaner Urkunden, deren Mittel­und Kernstück: gegen 1000 Urkunden in türkischer Sprache von 1483 bis 1807, ausgestellt von den Sultanen (Bajazet II. bis Selim III.) und den Paschas von Bosnien und der Herzegowina. Im ganzen zählt also der ausgelieferte Archivbestand der ehemaligen Republik Ragusa etwa 1500 Urkunden. Die Urkunden des Domkapitels Spalato. Von J. K. Mayr und P. Kletler. Im Jahre 1835 hat das Domkapitel von Spalato auf Verlangen des Gouverneurs den Urkundenband XVI seines Archivs, welcher insgesamt 252 Originalurkunden von 1078—1694 eingebunden enthielt, ausgefolgt. Vier Jahre später übergab ihn die Staatskanzlei samt dem zugehörigen Ver­zeichnisse dem StA. zum Zwecke genauerer Durchsicht. Die Archivdirek­tion schlug die dauernde Übernahme des dazugehörigen Urkundenbestandes vor. In der Tat erklärte sich das Domkapitel noch 1839 zur Abtretung desselben bereit und verlangte nichts weiter als entsprechend beglaubigte Abschriften. Zu diesem Zwecke wurde der Urkundenband im StA. auf­gelöst, jede Urkunde einzeln kuvertiert und von Chmel entsprechend be­schrieben; auch fertigte er einen Zettelkatalog (AB. 511) in zwei Exemplaren

Next

/
Thumbnails
Contents