Inventare Teil 5. Band 5. Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs (1937)

Das Habsburg-Lothringische Familien Archiv von Fritz Von Reinöhl

50 Das habsburg-lothringische Familienarchiv. privaten Eigentümer im Archiv hinterlegt. Während die übrigen Teile dieses Bestandes der Forschung zugänglich sind, ist dieser nur mit Bewil­ligung des Eigentümers benützbar. Nach der Öffnung des Nachlasses des Kronprinzen hat Mitis alle aus den vorgenannten Provenienzen stammenden Schriftstücke in ein Selekt vereinigt und sie leider mit Verwischung der Provenienzen geordnet. 1929 bereicherte Mitis dieses Selekt aus eigenem Besitz durch Korresponden­zen, die er anläßlich seiner Forschungen über das Leben des Kronprinzen geführt hat, und durch von ihm gesammelte Sonderabdrücke und Zeitungs­ausschnitte. Von Mitis stammt auch ein ausgezeichnetes, die Provenienzen zum Teil angebendes Aufstellungsverzeichnis, welches als AB. 301b ein­gereiht ist. Schließlich sei noch erwähnt, daß Mitis leider erfolglos das Archiv des Sekretariats des Kronprinzen gesucht hat, von welchem einzelne Splitter in Kart. 13 liegen. Verzeichnis. Jugend und Erziehung des Kronprinzen 1864—1877, Kart. 1—11; Briefentwürfe aus der Jugendzeit des Kronprinzen, Kart. 12; Persönliche Akten und einzelne Akten des Sekretariates, Tagebücher der Flügeladju­tanten 1877—1878, 1884—1889, Notiz- und Tagebücher des Kronprinzen 1879, 1885, Kart. 13; Aufzeichnungen und Erinnerungen über Reisen 1879, 1885, Kart. 14; Schriften und Akten politischer Natur, journalistische Arti­kel, „österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild“, Gedichte, Kart. 15; Briefe des Kronprinzen 1872—1889, Kart. 16, 17; Briefe an den Kronprinzen, Kart. 18, 19; Zeichnungen des Kronprinzen, Erinnerungs­stücke und Notizen, Kart. 20; Unterredungen des Kronprinzen mit Moritz Szeps, Denkschrift des Grafen Josef Hoyos 1889, Varia, Korrespondenzen Oskar Freiherr von Mitis, Kart. 21; Sonderabdrücke und Zeitungsaus­schnitte, Kart. 22. Nachlaß Erzherzog Franz Ferdinand. Franz Ferdinand, Erzherzog von Österreich-Este, geboren Graz, 18. Dez. 1863, ermordet Sarajevo, 28. Juni 1914; seit 19. Mai 1896 Thron­folger; am 28. März 1898 zur Disposition des Allerhöchsten Oberbefehls ge­stellt, August 1913 ernannt zum Generalinspektor der gesamten bewaffne­ten Macht.1 Nach der Ermordung des Thronfolgers wurden durch eine vom Oberst­hofmarschallamt auf kaiserlichen Befehl eingesetzte Kommission alle von ihm hinterlassenen amtlichen Akten übernommen. Die Übernahme erfolgte am 1. Juli 1914 im Schlosse Konopischt, wo Akten des Ministeriums des k. u. k. Hauses und des Äußern und anderer Ämter, ferner Schreiben, wel­che politische Verhältnisse betrafen, gefunden wurden, und am gleichen Tage im Schlosse Chlumetz, wo sich nur Akten der erzherzoglichen Militär­kanzlei, ein Paket mit Akten militärischen Inhalts und Briefe vorfanden; 1 Vgl. Deutsches biographisches Jahrbuch Überleitungsband 1, S. 16ff.; Glaise- Horstenau, Neue österreichische Biographie Bd. 3, S. 9ff.; Tb. v. Sosnosky, Erzherzog Franz Ferdinand, München und Berlin 1929; Chlumecky, Erzherzog Franz Ferdinands Wirken und Wollen, Berlin 1929; V. Bibi, Thronfolger, München 1929, S. 237 ff.

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