Inventare Teil 5. Band 5. Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs (1937)

Kabinettsarchiv von Fritz von Reinöhl

242 Kabinettsarchiv. am 4. Dez. 1827 in Wien gestorbenen Feldmarschalleutnants Josef von Dedovic und des Reichsratsvizepräsidenten Norbert von Purkhardt. Einige Jahre nach dem Tode des Erstgenannten, am 10. Juli 1830, über­reichte die Polizeihofstelle dem Kaiser mehrere in seinem Nachlaß Vor­gefundene Akten, die Dedovic’ 1796 erfolgte geheime Verwendung in der türkischen Provinz Zimara betrafen. Erzherzog Ferdinand befahl zwar in Stellvertretung seines Vaters deren Aufbewahrung im Kabinett, es scheint aber die Gesamtheit dieser nur wenige Blatt umfassenden Akten bei dem zugehörigen Akt Kolowrats,1 der über ihre Verwendung ein Gutachten ab­geben sollte, liegengeblieben zu sein. Aus Purkhardts2 3 Verlassenschaft waren dem Staatsrat einige Monate nach seinem am 23. Aug. 1865 in Hietzing erfolgten Ableben 13 Aktenstücke der Jahre 1825—1847 zuge­gangen, welche verschiedene Angelegenheiten der inneren Verwaltung be­trafen. Im Archiv des Staatsrates wurden sie den einschlägigen Akten des Staatsrates, Kolowrats und der Staatskonferenz beigelegt.8 Außer diesen Akten müssen sich jedoch in Kolowrats Bureau noch andere vorgefunden haben. Wir wissen dies von den Aktennachlässen des Freiherrn von Posch4 und Jägers vonWaiden au,5 wir wissen dies von jenen Akten, die heute bei den Präsidialakten des Staatsrates6 liegen und von Registrantenhand einen Vermerk über ihre Herkunft tragen, wir dürfen dies aber auch hinsichtlich des aus den Jahren 1844—1848 stam­menden Briefwechsels Kolowrats mit Erzherzog Stephan7 vermuten, der 1910 von der Registratur der Kabinettskanzlei dem StA. übergeben wurde. Hier sei auch erwähnt, daß der private Schriftennachlaß Kolowrats sich zurzeit im fürstlich Salmschen Archiv zu Anholt in Westphalen befindet, wohin er mit dem gräflich Lützowschen Archiv gelangte. Verzeichnis. Akten (nach fortlaufenden Nummern geordnet) 1826—1848, 184 Fasz.; Protokolle (Geschäftstagebücher) 1826—1847, 27Bde.; Indizes 1826—1848, 21 Bde. Kollerakten. Diese Akten stellen die Handakten des Hofrates Joseph von Koller dar, der von der Errichtung des Staatsrates bis zu seiner am 7. Okt. 1785 erfolgten Versetzung in die böhmisch-österr. Hofkanzlei die Stelle des Direktors der Staatsratskanzlei innehatte.8 Die Akten, welche in die Jahre- 1776—1780 fallen, sind fast durchwegs Noten Kollers an die Kaiserin, mit welchen er im Staatsrate behandelte Akten der Kaiserin zur Entschließung 1 M. K. A. 1727/1830. 3 Ernannt 1827 zum staatsrätlichen Referenten, 7. Nov. 1831 zum Staatsrat, 13. Juli 1841 zum Mitglied des Konferenzkollegiums für ungarisch-siebenbürgische Angelegenheiten (auf­gelöst 23. Juni 1848), 13. April 1851 zum Vizepräsidenten des Reichsrates. Vgl. Wurzbach, Biogr. Lexikon Bd. 24, S. 93; Hock-Bidermann, Der österreichische Staatsrat S. 677, 690 ff. 3 Staatsrat Präs. ZI. 162/1865 mit Verzeichnis. 4 Siehe S. 42. 5 Siehe S. 193 f. 6 Siehe S. 236 f. ’ Siehe S. 200, Nachlaß Franz Anton Graf Kolowrat. • Hock-Bidermann, Der österreichische Staatsrat S. 103 Anm.

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