Inventare Teil 5. Band 4. Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs (1936)
Staatskanzlei (Ministerium des Äussern) von Josef Karl Mayr
Friedensakten. 437 behörden, aus den Unterabteilungen Schweiz und Zisalpinische (später Italienische) Republik sowie aus den österreichischen Akten der Reichshofkanzlei — weitere Zuwächse erfolgt, in den Sechzigerjahren vereinzelte Stücke (von 1799/1800) aus dem Nachlasse des Fürsten Franz Dietrichstein, zahlreichere aus dem Kabinettsarchive (zumeist Kopien), hauptsächlich Leoben und Campo-Formio, Rastatt und Lunéville betreffend, hinzugekommen. 1868 hat die alte Registratur die letzten einschlägigen Aktenstücke abgeben müssen (Filiale B). In den Siebziger] ahren kamen Teile der preußischen Aktenauslieferung, desgleichen zwei Faszikel aus der belgischen Abteilung hinzu, wogegen damals ein Konvolut (Aktenheft) westfälische Friedensakten von 1647 und zwei Faszikel Lunéviller Friede (1800/01) an die Reichshofkanzlei (Friedensakten und Reichskrieg gegen Frankreich) abgegeben worden sind.1 In den Achtziger] ahren kamen die Lunéviller Friedensakten des Pariser Gesandtschaftsarchivs, auch Teile der Ministerialkorrespondenz der Reichshofkanzlei hinzu. Abgegeben wurden nur wenige, im ganzen geringfügige Teilbestände, so an die Handschriftenabteilung, an das Familienarchiv, an die Abteilungen Polen und Italien (diplomatische Korrespondenz: Venedig) sowie an die Große Korrespondenz. Der bis 1860 reichende Anhang ist vermutlich erst 1902 aus den damals ins StA. gelangten administrativen und politischen Beständen gebildet worden. Sehr wesentlich waren die Änderungen, die Schütter 1906/07 vorgenommen hat. Rund die Hälfte des alten, von Wocher in Ordnung gebrachten und verzeichneten Bestandes ist damals teils einer Aufteilung, die — soviel man sehen kann —- den Vorträgen, den Urkunden und der diplomatischen Korrespondenz der Staatskanzlei (Frankreich, Preußen u. a.) zugute gekommen ist, teils einer Neuordnung unterzogen worden. Bei dieser Gelegenheit hat Schütter auch die erste (ältere) Hälfte der „Verträge betreffenden Akten“ aufgelöst und unter die Friedensakten auf- geteilt. So trat für diese neu bearbeitete Partie an die Stelle von Wochers reichhaltigem, auch auf die Provenienzen sorgfältig Bedacht nehmendem Verzeichnisse (AB. 183/2) ein neues, viel knapper gehaltenes (AB. 188), das indes nur bis Karton 86 gediehen ist, so daß von Karton 87 an Wochers Verzeichnis in Kraft geblieben ist. In den letzten Jahren hat Groß anläßlich der Rekonstruktion der Geheimen österreichischen Staatsregistratur (Repertorium N) vereinzelt auch auf die Friedensakten der Staatskanzlei greifen müssen. Auch hat er diesen ein bisher in den Miszellaneen des Familienarchivs liegendes Konvolut betreffend den westfälischen Frieden (1638—1649) einverleibt. Bestände:1 2 Karton 1 Venedig 1381—1617, Rom 1527, Hamburg 1641/42, westfälischer Friede 1635—1649; 2—16 westfälischer Friede 1637 bis 1650; 17—21 detto (5 Bände Acta und 1 Index) 1645—1649; 22—25 detto (4 Bände Acta inedita) 1433—1649; 29 Ryswick 1696—1698; 30 detto 1 Albin von Schrauts an die Staatskanzlei erstattete Regensburger Berichte sind vermutlich schon bald nach 1809 der Abteilung „Reichskrieg gegen Frankreich“ einverleibt worden. 2 Die Aufzählung beschränkt sich auf die Kongreßorte, Gegenstände u. dgl.