Inventare Teil 5. Band 4. Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs (1936)

Staatskanzlei (Ministerium des Äussern) von Josef Karl Mayr

Akten bis 1829 einschließlich (rund 1500 Einheiten) ins StA.1 übertragen worden, die zum größten Teil in der Filiale B untergebracht wurden. Im selben Jahre mußte auch das Archiv der politischen Sektion, das 1851 unter Clemens Pilats Leitung noch unangetastet geblieben war, innerhalb derselben Zeitgrenzen seine politischen Akten, insgesamt über 700 Faszikel, ins StA. abgeben.1 2 Ins Hauptarchiv kamen davon die Vorträge samt der Korrespondenz mit den österreichischen Vertretungen bei den nicht­deutschen Staaten, in die Filiale A, die damals, da sie die Reichsarchive verwahrte, auch als „Reichsarchiv“ bezeichnet worden ist, die Korrespon­denz mit den österreichischen Vertretungen bei den deutschen Staaten, in die Filiale B die Korrespondenz mit den inneren Behörden. Von 1872 an, dem Zeitpunkte der Zusammenlegung der Filialen A und B in eine Gesamtfiliale, scheinen alle Akten bis 1806, also die des Repertoriums Z, im Hauptarchiv, die jüngeren in der Filiale verwahrt worden zu sein. Aber auch 1868 sind — ähnlich wie 1851 — zahlreiche Akten, die bestimmungsgemäß an das StA. hätten abgegeben werden sollen, noch weiter im Ministerium des Äußern zurückbehalten worden. So wie 15 Jahre früher Johann Teichmann hat nun der Vorstand des Archivs der politi­schen Sektion Karl Dilg nach Kräften Widerstand geleistet. So kamen dem StA. (Filiale mit Nadherny und Stokka) im Jahre 1892, als die politischen Akten von 1830 bis Dezember 1848 zur Abgabe gelangten, mit diesen zu­gleich auch zahlreiche, weit über das Jahr 1830 zurückreichende Akten zu, die Dilg 1868 zurückbehalten hatte. In den Neunzigerjahren hat Stokka, der die deutschen Akten bis 1848 sichtete, verzeichnete und neu einteilte, eine sehr ersprießliche Tätigkeit entfaltet. 1902 sind den politischen Akten auch die aus den F 1—60 der administrativen Registratur ausgeschiedenen Akten der Jahre 1830 bis 1860 nachgefolgt. Die restlichen politischen Akten sind dem StA. in drei Folgen zugekommen: 1907 die Akten von 1848 bis 1870 (rund 2000 Einheiten), 1916 die Fortsetzung bis 1894 (rund 1000 Einheiten) und 1919/20 der Rest bis 1918 (2400 Einheiten).3 Diplomatische Korrespondenz.4 Die diplomatische Korrespondenz der Staatskanzlei (des Ministeriums des Äußern) ist nur für die deutschen Staaten sowie für Belgien, Brasilien, Griechenland, Lothringen und die Niederlande, den Deutschen Orden, die Kleineren Betreffe (Reichsstände) und die Konsulate, die Deutschen Akten, die Extrakte und Instruktionen leidlich unvermischt erhalten geblieben. 1 Teile dieser Staatskanzleiakten wurden den Kriegsakten der Keichshofkanzlei ein­verleibt. a AB. 170 (Klemm u. a ). 3 Archivbehelfe allgemeiner Art: 183 (Repert. Z, von Wocher); 218 (alphabetischer Index verschiedener Diplomaten und Staatsmänner, verfaßt von Firnhaber u. a.); 237 (Zettel­katalog der diplomatischen Korrespondenz mit dem deutschen Reich, verfaßt von Matthias Nowotny); 289 (alphabetischer Zettelkatalog verschiedener Diplomaten und Militärs aus dem Siebenjährigen Krieg, von Klemm). Vgl. auch stets die unten genannten Protokolle. 4 Hinsichtlich der einzelnen diplomatischen Vertreter wird auf das Werk: L. Bittner und L. Groß, Repertorium der diplomatischen Vertreter I. Band (1648—1715), Oldenburg 1936, verwiesen. Allgemeiner Überblick — Diplomatische Korrespondenz. 407

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