Inventare Teil 5. Band 4. Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs (1936)

Reichsarchive von Lothar Gross

390 Reichsarchive. am Platze sei, an Hessen und Preußen auszuliefern. Es handelte sich im ganzen um 218 Faszikel. Das geistliche Archiv, die Ecclesiastica, die, wie wir sahen, Tomaschek auch zum Landesarchiv geschlagen hatte, sollte aus­genommen bleiben. Von dem ganzen Bestände betrafen 119 Faszikel hessi­sches Territorium, 40 Faszikel die preußischen Gebiete Erfurt und Eichs­feld. Die seinerzeit an Preußen erfolgte Auslieferung hatte offenbar nicht alles einschlägige Material erfaßt. 59 Faszikel enthielten Protokolle. Die Ausscheidungsarbeiten besorgte Paukert. Am 15. Juli 1884 wurde dieser Bestand der deutschen Botschaft in Wien ausgeliefert. Das Mainzer Lan­desarchiv wurde sodann zwischen Preußen und Hessen aufgeteilt.1 Aus dem Erzkanzlerarchiv wurden 1906 die Akten über Standeserhöhungen an das Adelsarchiv des k. k. Ministeriums des Innern zu den übrigen Reichs- adelsakten abgegeben, kamen jedoch 1933, als das ehemalige Adelsarchiv dem Staatsarchiv des Innern und der Justiz einverleibt wurde, wieder an Ort und Stelle zurück. Akten fremder Provenienz aus anderen Ab­teilungen scheinen erfreulicherweise fast gar keine in das Erzkanzlerarchiv gelangt zu sein. Ein Stück aus der preußischen Auslieferung von 1874 (AB. 39/5, Fol. 1) dürfte auch Mainzer Provenienz gewesen sein. Hingegen wurden merkwürdigerweise Akten aus dem Archiv der Prinzipal­kommission in die Reichstagsakten (Fasz. 710—722) des Erz­kanzlerarchivs eingeteilt,2 ohne daß sich der Zeitpunkt dieser Zuteilung angeben ließe. Wahl- und Krönungsakten. Zu dieser Abteilung, allerdings im wesentlichen nur für die Zeit von Karl VI. bis Leopold II., besitzen wir eine Reihe von in der Mainzer Kanzlei angelegten Behelfen, teils Stückrepertorien, teils Indizes, die in einzelnen Fällen mit Erfolg herangezogen werden können (AB. 146, 147, 148, 149). Inhaltsverzeichnis: Wahl- und Krönungsakten: 1486—1656 (1668), Fasz. la—19; Leopold I. 1657/58, Fasz. 20a—21a; Josef I. 1659—1711, Fasz. 21b—23; Karl VI. 1711/12, Fasz. 24 a—24 k; Karl VII. 1740—1744, Fasz. 25—45; Franz I. 1745, Fasz. 46—55; Josef II. 1750—1764, Fasz. 56 bis 65; Leopold II. 1790—1792, Fasz. 66—83; Franz II. 1792, Fasz. 84—86; Ceremonialia (Titulaturen und Courtoisie), Fasz. 87, 88. Reichstagsakten. Auch zur Abteilung der Mainzer Reichstagsakten ist eine Anzahl von Kanzleibehelfen vorhanden, die allerdings nur für einzelne Zeiträume in Betracht kommen. Es sind dies ein chronologisches Materienverzeichnis für die Jahre 1663—1692 (AB. 150), Materienindizes für die Jahre 1663 bis 1692 und 1700—1744 (AB. 151), Verzeichnisse der Relationen vom Reichstag und der zugehörigen Reskripte (AB. 152) und ein Verzeichnis der Diktate und Impressen (AB. 153). Bei Nachforschungen nach Reichs­tagsverhandlungen über bestimmte Gegenstände können sie mit Erfolg herangezogen werden, für andere Zwecke sind sie aber kaum zu brauchen. 1 Über den Hessen zugefallenen Teil vgl. Fink a. a. 0. S. 43. s Vgl. oben S. 340, Anm. 1.

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