Historische Blätter 5. (1932)
Johann Zeno Goëss: Elf Briefe König Ferdinands I. an seinen Feldhauptmann Hans Katzianer
gemain in unsern windischen landen, Crabatn und auch Hungern, sovil uns der wiederwertig und dir zu solher handlung gelegen sein, zu unser gehorsam und partey bracht und bewegt sollen werden, so ist unser weiter bevelh, damit du nicht minder vleis habest und alle mugliche handlung versuechest, die ansehenlichern und merem personen, so noch dem Weyda 2 anhengig sein, auch zu unser partey bewegen und bringen könntest, es sey in was fueglich und zimlich mitl und weg und sonderlich mit Vertröstung und zuesagen unser begnadung irer personen und fristung irer hab und gueter das bescheen kan. Wir bevelhen dir auch, das du mit dem Pekri Laws 3 guten verstand und Vergleichung machst, dardurch zu gelegner und fueglicher zeit aus solcher ewer Vergleichung und verstand den veinden und widerwertigen dester eher und mer widerstand und abbruch zuegefuegt und gethan werden mug, welchs auch alsdann zu bewegung der ungehorsamen, sich an uns zu ergeben, dest mer furdersam und dienstlich sein wirdet, und du solchs alles unserm gne- digen vertrauen nach mit pestem vleis wirdest wissen zu handln und zu verrichten, und wir gegen dir mit allen gnaden erkennen wellen. Du thuest auch daran unsern gefelligen willen und ernstliche maynung. Geben in unser stat Innsbrugg den dritten Junii im dreissigsten, unserer reiche im vierten jare. Ferdinand. Vidít Bernhardus Ad mandátum domini regis proprium: cardinalis Tridentinus. A. Adler. 3. 1530 Juni 19, Augsburg. Getrewer lieber. Was sich unser landlewt in Steyr, Kernndten und Crain auf dem ratstag jüngist zu Windischgretz 4 beschehen entslossen, haben wir aus den Schriften, die du uns zuegeschickt hast, sambt deinem weiterem anzaigen und érméidén, uns über solch handlung zuegeschriben, vernommen und geben dir darauf gnediglich zu erkennen, das wir des maisten artigls, nemblichen des kryegsvolk an den Crabatischen grenitzen underhaltung halben, welch die von Steyr hinfur zu verhelfen gewaygert haben, den landleuten daselbst, wie wir dir durch ein ander schreiben angezaigt, geschriben haben, damit sy aintweder ir fünfhundert knecht, 2 Johann Zapolya, Woiwode von Siebenbürgen und König von Ungarn. 3 Ludwig Pekry, Parteigänger Ferdinands in Slawonien. 4 Vgl. über diesen Ausschußtag der drei Länder Steiermark, Kärnten und Krain Dimitz, Gesch. Krains, 2, 133 ff. 25