Historische Blätter 4. (1931)

Herausgegeben von Josef Karl Mayr: Das Tagebuch des Polizeiministers Kempen. September bis Dezember 1859

Über den Inhalt des hier veröffentlichten Tagebuchteiles ist wenig Vorauszuschicken. Noch zittern darin die Niederlagen auf dem italieni­schen Kriegsschauplätze nach und die Auswirkungen derselben zeigen sich allenthalben diesseits und jenseits der Leitha in einer bedrohlich üblen Volksstimmung, die sich nicht selten unmittelbar gegen den Kaiser als den Hauptschuldigen richtet. Hübner und Thierry, Kempens Nach­folger in der Polizeileitung, stehen im Vordergründe seines Interesses. Er grollt ihnen beiden, noch mehr aber den vermeintlichen oder wirk­lichen Urhebern seines Sturzes, Rauscher und Rechberg, Sophie und dem Nuntius. Die Volksgunst scheint ihm nun hold und „wiegt ihn freundlich am letzten Tage des Jahres“. In Grünnes Schicksal glaubt Kempen ein Spiegelbild des eigenen zu erblicken. Goluchowski, Eynatten und Bruck tauchen auf und der Schillerfackelzug vom 8. November, diese „Leichen­feier des monarchischen Prinzips“, zieht über die Szene ... 80

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