Historische Blätter 4. (1931)

Karl Großmann: Metternichs Plan eines italischen Bundes

vinzen zurückzugewinnen, die man um desselben Grundsatzes willen ver­loren hat51. Hier in Rom wird Metternich mit seinen Legaplänen nur schwer zum Ziel kommen können. Leichter wird es ihm bei dem engverwandten habsburgischen Toskana sein. So hat er auch schon auf dem Kongreß mit dem Ge­sandten Corsini angeknüpft52. Er will, erklärt er ihm, dem Kaiser einen Plan vorlegen, wodurch die Bande zwischen dem Haus Österreich und den italienischen Staaten möglichst enge geknüpft werden sollen. Er denke an eine Defensivallianz mit gegenseitiger Garantie zur Erhaltung der Ruhe von innen und außen. Die einzelnen Kontingente und sonstigen Leistungen sollen von vorneherein festgesetzt werden und auch Öster­reich wird entsprechend der Zahl seiner italienischen Untertanen teil­nehmen, nie aber als auswärtige Macht Italien für seine auswärtigen Kriege verwenden. Nur zur Verteidigung seiner italienischen Provinzen sollen die anderen verpflichtet sein. Auf dem Kongreß wird man von dem Plan nicht sprechen, denn er könnte falsch ausgelegt werden. Es war übrigens selbstverständlich, daß man mit Toskana überhaupt ein möglichst enges und freundschaftliches Verhältnis zu wahren suchte 53. In Neapel hat sich Metternich zunächst damit begnügt, dem Könige Joachim Murat erklären zu lassen, man erwarte von ihm, er werde seinen Platz auf der Seite seiner wahren Interessen suchen — was er freilich zur allgemeinen Freude später nicht getan hat — und der Kaiser rechne, ja er fordere geradezu seine Unterstützung bei jeder Störung der Ruhe Italiens 54. Hier überall, in Neapel, Rom, Florenz, handelt es sich aber nur um Nebenschauplätze. Die eigentliche Frage war, wie wird sich der einzige Staat, der durch Lage, Verwaltung und Armee einige Bedeutung besitzt, wie wird sich Sardinien dem Legaplan gegenüberstellen? Metternich behauptete einmal, im Oktober 1814, zu Consalvi 55 56, der sardinische Gesandte St. Marsan habe ihm erklärt, sein König wolle 51 Pacca an Consalvi, Rom 1814, Nov. 14, Chiffre, Rinieri, a. a. O. n. 15. 52 Corsini an d. toskan. Min. Fossombroni, leider ohne Dat. u. Herkunft bei Bianchi, Stör, doc., Bd. 1, S. 15. 53 Instrukt. Mett, für den a. o. Ges. Buol.-Schauenstein, W. 1814 Okt. 21, Konz., St. A. W., Tose. 1814/7. 54 Weisung Mett, an den Ges. Grafen Mier, W. 1814 Nov. 6, Konz., St. A. W., Neapel 1814/5. 56 Ber. v. 1. Nov., s. o. 47

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