Historische Blaetter 3. (1921-1922)

Friedrich Engel-Jánosi: Die Anfänge des Prinzen Eugen

band zu den vom Kriegsarchiv herausgegebenen Feldzügen des Prinzen Eugen. Für das äußere Leben Max von Boehn, Menschen und Moden im 17. Jahrhundert. Es befindet sich im Kriegsarchiv (Türkenkrieg 1683, 13/241 das bisher un- benützte an Kaiser Leopold gerichtete Gesuch des Prinzen Eugen um1 Veri Wendung im kaiserlichen Heer in lateinischer und (zeitgenössischer! deutscher. Fassung. Beide Schriftstücke sind Kopien aus dem Fürstenbergischen Archiv in Prag. Die Originale sind laut Vermerk der Fürstenbergischen Zentraldirektion undatierte, von einer Hand geschriebene Konzepte. Das lateinische weist zahlreiche Korrekturen auf. Prinz Eugen hat — wie bekannt — die deutsche Sprache niemals beherrscht'. Die Wiedergabe hier ist in der Interpunktion und der Verwendung der Anfangsbuch­staben der heutigen Schreibweise angepaßt. Markus Landau, „Allgemeine Zeitung“ vom 8. Juli 1882, hat —, ohne den Akt zu kennen — von seiner Existenz gewußt; sein Hinweis ist meines Wissens unbeachtet geblieben. Das Gesuch ist vor der Teilnahme an dem Türkenkriege als Freiwilliger abgefaßt: „Nun habe 'zwahr, allergnädigster Kaylserl und Herr, ich die mindeste Verdienste nicht geleget, in deren Rücksicht mich einer Kriegehrenstelle bey E. Kays. Mtt. getrosten könnte...“ Eugen führt im Gesuch aus: „Ich gestehe offenhertzig, meinen Schluß ehedesten gehabt zu haben, nach dem Beyspiel meiner Vorfahren mich' zu Diensten meines Vaterlands und des Bourbonischen Hofs vollkommentlich anzuwenden, wie dann eben umb eine Kriegsehrenstelle bey der Cron Frankreich wiederhohlter mahlen bittentlich angehalten, (lateinische Fassung: pro militari quadam parte! aber augen­scheinlich gefunden habe, daß durch das widrige Schitksaal meiner Mutter (lateinisch: sinistro matris meae fato! mir alle Hoffnung abgeschnitten seye, bey dieser Crone jemahls mein Kriegsglücke machen zu können, obschon weder meinen Vorfahrern noch mir etwas Erweisliches zur Last gelegt werden konnte, (lateinisch: quamvis* nec mihi nec maioribus meis culpae cuiusdam suspicio tribui potueris! sondern ich umb dessentwillen allzeit eine Fehlbitte gethan, weilen bloß allein meine gehässige Wieder - sachem der Beförderung entgegengestanden.“ Eugen bittet um die Verleihung eines eigenen Regiments. „Ich versichere eine unversehrte, standhafte Treu und bey allen vorkommenden, auch größten Kriegsgefahren alle meine Kräften zu E. K. Mtt. und des höchstpreiß- lichen Ertzhauses Österreich Wohlfarth und Wachsthum mit unerschrockenen Muth bis auf meinen letzten Bluthstropfen anzuwenden und aufzuopfem.“ Die Unterschrift lautet: Eugenius, Hertzog von Savoye und Piemont m. p. * JO J 147

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