Historische Blaetter 3. (1921-1922)

Ludwig Bittner: Ein Schiedsgerichtsvertrag aus dem 17. Jahrhundert

gegen den andern zu haben vermaint, vier unpartheyische Reichsfürsten benendt und von dem andern Thail hinnach auß disen inner sechs Wocheneiner erwöhlt werden oder solches dem Cläger oder Ansprechern nach Ver- streichung gedachter sechs Wochen inwendig aines gleichmäsßigen Termins zu thuen gestattet und erlaubt sein, welcher benenende Reichsfürst ent­weder selbsten daß Arbitrium übernemben oder den Arbitrum denominieren solle. Da aber weder der erkhiesende Reichsfürst noch der von ihme benenende sich deß Arbitrii undememben wolte, auf solchen Fald alßdan drey oder vier unpartheyische Facultates juridicae oder endtlich auch daß kayserliche und deß Reichs Camergericht zu Speyr, von deme, so be­schwehrt zu sein vermaint, pro Arbitro vorgeschlagen und der, wider welchen die Beschwerdte oder Clag geführt wirdet, aine auß disen inner­halb vier oder sechs Wochen imd, wan solches nit beschechete, der Cläger oder Ansprechere hinnach innerhalb ainer gleichmäsßigen Zeit aine auß gemelten juridischen Faculteten oder auch daß Camergericht zu ermeltem Speyr, da es ihme beliebiger, pro Arbitro zu erkhüeßen, Fueg haben, und folgents durch solchen erwühlenden Obman oder Schieds­richter, nachdem er beede Thaill mit ihren schrifftlichen Notturfften zu genüegen vemomben haben würdet, die Spann und Irrungen erörthert werden, es auch darbey sein bestendiges und ungeändertes Verbleiben haben solle1. 1 1509 Dez. 11: Wo aber sich die acht gesetzten Rete einhelligs oder merem Tail Spruchs unnd Enntscheids nit vereinen möchten noch wurden, so sollen wir obgenant Curfursten unnd Fürsten, Pfalltzgraven bey Rein unnd Herzog in Baym, alle unnser Erben unnd Nachkommen einen gemeinen Obman benennen auß der obgemellten königklichen Wirden von Beheim Reten oder Lehenmannen. Unnd welicher also zu Obman benennt wirdet, den sollen die vorgenant kunigklich Wirde unnd die Cron Beheim willigen unnd vermögen, sich der Obmanschafft anzunemen unnd in einem Viertljare nach der Benennung gen Eger auff einen nemlichen Tag, den wir dy Pfalltzgraven unnd Herzogen in Bayrn dem Obman setzen werden, bey den acht Reten, die wir, die Partheyen, yeder die Seinen zukommen vermögen, erscheinen. Unnd was dann derselb Obmann mit den Achten oder der Merertail in Zufals Weyse oder sonst sprechen, erkennen unnd entschaiden, dabey soll es abermals, wie obstet, beleiben und dem nachkommen werden. — 1535 April 22: Wo aber sich die obgeschriben sechs Rät der Urtl unnd rechtlichs Endschids nit vergleichen noch ain merers machen möchten, alßdann sollten durch dieselben sechs Räte vier ansehenlich, teuglich und verstendig Menner, nemlich von yeder Partheyherrschafft zwen furgenomen und benennt unnd alßdann sy die sechs Räte ain unverdechtlich unnd ungeverlich Loß auf die vier bestimpten Menner geen lassen. Unnd wölchen das Loß unnter denselben vier Männer trifft, das derselb Obman seie unnd ain merers machen unnd ainen Zuefal thun soll. Und sollich Los umb den Obman, wie yetz gemellt, soll allweg beschehen, wie die sechs Rät am pessten beduncken mmd ansehen wierdet. Unnd es sollen erstlich auch die sex Rät und in der Not der erkiest Obman von iren Herren unnd Partheien aller Pflicht und Verwontnuß zu diser Sach unnd solanng dieselb unentschiden weret, ledig gezellt werden und dieselben auch ain neue Pflicht unnd Aid schwören, in dem Rechtstrit, so für sy körnen ist, nach irem pessten Ver- stannd unnd gethanen Pflicht, nemlich, was Strit unnd Irrungen zwischen beeder Tail alls unns Khönig Ferdinannd unnd unns den Fürsten fürfallen, nach den geschriben

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