Historische Blaetter 3. (1921-1922)

Edmund Friess: Der steirische Erzberg. Eine geschichtliche Skizze

des Kundenkreises im Auslände. Dieser Niedergang der Eisenindustrie in Österreich traf jedoch nicht die den Erzberg beherrschende Alpine Montangesellschaft, sondern die Kleineisenindustrie treibenden Hand­werker und auch jene ehemaligen Glückskinder, die Besitzer von klei­neren Eisenbauen, Gewerken und Kaufleute in einer Person waren. Hatten jene der maschinellen Produktion weichen müssen, so er­schütterten diesen die schlechten Verkehrsverhältnisse und die Wirkung des Eisenkartells die Existenz. Meist in entlegenen Tälern hatten sie ihre Werke angelegt und, solange noch die Fuhrleute den alleinigen Frachtenverkehr auf den Straßen vermittelten, ihre Waren an den Mann gebracht. Seitdem aber die Eisenbahnen auf dem Schienenwege die vor­züglichsten Träger des Güterverkehrs geworden sind, machten sich bei diesen Fabrikanten die hohen Fuhrkosten der Warenbringung zur Eisen­bahn und die Langsamkeit in der Lieferung gegenüber jenen nachteilig bemerkbar, die durch die Lage ihrer Werke befähigt waren, prompt und billig ihre Bestellungen zu erledigen. Fürst Schwarzenberg, der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Murauer Hämmer aufge­kauft hatte, sah sich im vorletzten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts ge­zwungen, infolge der ungünstigen Verkehrsverhältnisse die Betriebe dort einzustellen. Solche Verhältnisse nötigten auch die Neuper ihren Eisenbau heimzusagen (1893); die Pesendorfer waren schon vorange­gangen. So hat auch hier, beim Eisenwesen des Erzberges, die Groß­industrie den Sieg über die kleinen Unternehmer davongetragen, da sie gleich dem Großgrundbesitzer rationeller zu arbeiten vermag. :2t>

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