Historische Blaetter 1. (1921)

Arnold Winkler: Die Korrespondenz des Erzherzogs Johann mit der Staatskanzlei über die Schweizer Sonderbundsfrage

bindung der 4 Cantone dienet, denn zwischen ihnen gebricht es an fahrbaren Straßen, welche nur im inneren der Cantone und gegen die nördlich angränzenden bestehen. Die Ootthardter Strasse endiget am Ufer des Sees zu Flüelen Canton Uri, die weitere Verbindung ist zu Schiff. Ebenso führen die Weege des Canton Unterwalden nur bis an die Buchten des Sees, blos südlich führet ein Weeg über den Brünig nach Brienz im Berner Oberlande. Schwitz hat mehrere Verbindungen, nemlich jene über Ooldau nach Art am Zuger See von da entweder längst demselben nach Zug, oder über Küßnacht nach Luzern. Jener über Steinen dann Morgarten längst dem Aegeri See nach Zug — oder Steinen Rothenthurm, Einsiedlen die Schindellägi nach Zürch — oder Einsiedlen über den Etzel in das offene Land am Zürcher See. Von wo Strassen nach Zürch, Rapperswyl, Utznach, Glarus, Wesen führen. Die Cantone Zug und Luzern haben manichfaltige Verbindungen welche anzuführen zu weitwendig wäre. Für Gebürgsbewohner bestehen aber noch zwischen den drey Urkantonen und ihren Nachbaren manich­faltige Verbindungen unter welchen angeführet werden müssen, jene von Schwyz durch das Muotta Thal und den Pragei nach Glarus, jene von Altorf im Canton Uri durch das Schachen Thal nach dem Linthal im Canton Glarus, Jener von Amsteeg Canton Uri durch das Maderaner Thal den Crüzli Paß nach Tawetsch in Graubünden, jener von Ander­matt Canton Uri über die Oberalp nach Graubünden und von Ander­matt über die Furca nach Wallis (der einzigen Verbindung mit jenem Cantone) jenen durch das Majen Thal Canton Uri nach dem nachbar­lichen Gadmen Thale im Berner Oberland. Während die 3 Urkantone vereint mit Zug und Luzern von den übrigen Cantonen umgeben sind, hat Wallis einer vermöge seines Flächeninhaltes der ausgedehntesten Cantone der Schweitz den Vortheil durch eine hohe mit Ewigem Eise bedekte Alpenkette von dem Cantone Bern getrennet zu seyn über welche nur Fuß- und wenige Saumwege führen. Ein einziges Hauptthal von der Rhone durchströmet mit seinen ausgedehnten Seitenthälern bildet den Canton Wallis es öffnet sich an seinem Ausgange am Ufer des Genfer Sees nachdem vorher die Natur bey S. Morizen einen Thalschluß gebildet hat. Wallis hat den Vortheil den Rücken frei zu haben, und durch die guten Verbindungen über den grossen Bernhardt und der Strasse des Simplons die möglichkeit aus Piemont jede Unterstützung erhalten zu können. Am schlimmsten stehet es mit Freyburg, umgeben von Bern und Waadt größtentheils, das Saanen Land ausgenommen welches Alpen hat ein offenes wohl bebautes Land mit Straßen durchschnitten kann es nur an einigen Ufer 87

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