Hidrológiai Közlöny 1975 (55. évfolyam)
10. szám - Takács Lajos: Békés megye vízgazdálkodási helyzete és fejlesztése
442 Hidrológiai Közlöny 1975. 10. sz. Takács L.: Békés megye vízgazdálkodása Wasserwirtschaftliche Lage und Entwicklung des Komiiats Békés Takács, L. Direktor der Wasserwirtsehaftsdirektion Körösgebiet Der grösste Teil des Komitats Békés liegt im Überschwemmungsgebiet der Körös-Flüsse, ein kleinerer Teil in jenem der Maros. Hiervon sind 3591 km 2 tiefliegende Überschwemmungsgebiete. Mit dem Hochwasserschutz wurde in der ersten Hälfte des XIX. Jahrhunderts begonnen. Die ausgebauten Hochwasserschutzwerke müssen zur Lebens- und Vermögensicherheit der im Überschwemmungsgebiet lebenden 265 000 Menschen dienen. Im letzten Jahrzehnt sind an den Körös-Flüssen, auf Einfluss des im oberen Einzugsgebiet durchgeführten Eingriffe, ausserordentliche Hochwässer abgeflossen. Das Hochwasser 1974 konnte nur dadurch bekämpft werden, dass als Notspeicher die zwischen der Fehér- und Fekete-Körös liegenden umdeichten Flächen in Anspruch genommen und durch 120 Millionen m 3 Wasser geflutet wurden. Aufgrund der Erfahrungen der erwähnten Hoch wässer, wurde mit der Befestigung der Deichsysteme und mit dem Bau von zwei HochwasserRückhaltebecken begonnen. Innerhalb des Komitats sind die staatlichen Binnenwasserschutzwerke des Körös-Tals hochgradig ausgebaut. Trotzdem entstanden hier während dem ausserordentlichen Binnenwasseranfall 1970, Binnenwasserschäden von nahezu 1 Milliarde Forint. Nachher wurde mit dem Ausbau der Betriebs-Gewässerregulierungen begonnen. Die Wasserwirtschaftsdirektion hat in Zusammenarbeit mit den Universitäten eine das ganze Gebiet erfassende, auf moderne Prinzipien aufbauende und bis zur Jahrhundertswende reichende komplexe landwirtschaftliche wasserwirtschaftliche Entwicklungsstudie ausgearbeitet. Das Körös-Gebiet verfügt über äusserst alte Bewässerungskulturen, die in den trockeneren Jahren äusserst erfolgreich genutzt werden. Der natürliche Wasservorrat der Körös-Flüsse kann weder die gegenwärtigen noch weniger die perspektivischen Ansprüche befriedigen. Deshalb werden aus dem Flusssystem der Theiss gegenwärtig 14 m 3/s und innerhalb 10 Jahren weitere 21 m 3/s überleitet. Teichwirtschaft wird auf 2489 ha geführt. Der Wasserbedarf der Fischteiche beträgt jährlich 60 — 70 Millionen m 3. Die über Wasserleitung versorte Einwohnerzahl des Komitats wird bis ans Ende des Jahres 1975 rd. 317 000 Kopf betragen, also 85% der Gesamtbevölkerung. Der Trinkwasserbedarf steigt stürmisch an. In 1985 kann man mit dem Zweifachen und in 2000 mit dem Dreifachen des gegenwärtigen Bedarfs rechnen. Die Wasserbedarfe können aus den unter den Siedlungen vorhandenen Tiefenwasser-Vorräten nicht mehr gedeckt werden. Der Bau einer regionalen Wasserversorgung erweist sich für notwendig. Die Sorgen der Wasserversorgung werden auch deshalb immer grösser, weil der grösste Teil der Brunnen vergast ist. Die Wasserversorgungslage der Industrie ist ebenfalls ungünstig. Die Wasserversorgung der spezialisierten Viehgrosszüchtereien bringt ebenfalls Probleme. Kanalisierung und Abwasserbehandlung sind im Komitat rückständig. Kanalisationswerke entsorgen nur die neuen Wohnsiedlungen vom Abwasser. Abgesehen von nur wenigen Abwasserproduzenten, ist auch die Abwasserbehandlung der Industrie und der landwirtschaftlichen Betriebe ungelöst. Im Inneren der Siedlungen hat sich die Abwasserversickerung stark verbreitet, was zahlreiche Probleme aufwirft. Die Komitatsorganisation der Gesellschaft hat im Interesse der Abwasserlandbehandlung eine Aktion in Gang gesetzt. Die laut dieser Konzeption errichtete Pappel-Abwasserbewässerungsanlage in Gyula — die seit 1970 in Betrieb steht — hat die an sie geknüpften Hoffnungen erfüllt. Die Oberflächenwässer des Komitats gehören qualitativ in die „reine" oder „schwach verunreinigte" Kategorie. Ausnahme bildet die Wassergüte des die drei Städte durchfliessenden É16 viz-Kanals. Zur Verbesserung der gegenwärtigen Lage, werden die Abwässer der Stadt Békéscsaba in den Sommersaison schon seit drei Jahren landbehandelt. Mit der Lösung der Wassergüte-Fragen befassen sich die Fachleute der Wasserwirtschaftsdirektion und die Mitglieder der Hydrologischen Gesellschaft aktiv. In der wasserwirtschaftlichen Entwicklung des Körös-Gebiets waren inden letzteren Jahren bedeutende BetrachtungsAenderungen zu verzeichnen. Man sieht nach komplexen Lösungen. Die Weiterentwicklungen werden durch weitgreifende, auf wissenschaftlichen Grundlagen ruhende, objektive, auf den Untersuchungen der Naturerscheinungen fussenden perspektivische Planungen begründet. In dieser, auch wasserwirtschaftlich auf grosse Vergangenheit zurückblickenden Gegend wächst eine neue Generation der Wasserbau-Ingenieure heran, die mit der älteren Generation zusammen, begeistert und sachlich an der Lösung der aufgaben arbeiten. Zu dieser Arbeit bitten sie die weitere aktive Unterstützung der Ungarischen Hydrologischen Gesellschaft.