Hidrológiai Közlöny 1947 (27. évfolyam)

9-12. szám - ÉRTEKEZÉSEK - LUKÁCS ANDOR: A körösvölgyi öntözések vízrajzi szempontból

XXVII. évi. 191,1. 9—12. szám. HIDROLÓGIAI KÖZLÖNY 145 2 Fig. 8. ábra. Die wiclitigsten Oberflachenwásser Ungarns mit Ver­gleich einiger klassischen Beispiele der übrigen Welt. O: Ozeanwasser. — 1: Toter See, Tiefe 42 m. — 2: Oberer See bei Sault Ste. Marié. — 3: Mississippi bei New Orleans. — 4: Amazon bei Obidos. — 5: Rhein unweit Mainz. — 6: Mittlere Zusammensetzung der Flusswasser der Welt. — (Umgerechnete Daten aus Clarké: Data of Geochemisüy, 1920.) B, und B 2: Balaton, 1898, (Ilosvay, Bal. Tud. Tanúim. Eredm. 1—5.) und 1928 (Müller, Biol. 1928). — Fj und F 2: Fertő (Neusiedler) See bei Fertőrákos und bei Pátfalu. (Woynáro­vich, Biol. XIII. 1941. S. 314—315.) — V, und V 2: Velenceer See, Jahr 1921 und 1927. (Woynárovich, 1. c.) — S: Szeged. Fehértó. (Woynárovich, 1. c.) M: Maros bei Makó. — K: Körös bei Gyoma. — Z: Zagyva bei Zagyvarékás. — T: Tisza bei Szentes. — (Samtlich aus K. Schick: Hidr. Közi. 1933. S. 106—113.) — l>: Duna (Donau) bei Budapest. (Ballú: Ber. d. Deutsch. Chem. Ges. XI. 1878. S. 441.) (Abkürzungen: wie bei Fig. 7.) Fig. 8. zeigt endlich die wichtigeren Oberflachen­wásser Ungarns, verglichen mit einigen klassischen Beispielen der übrigen Welt: Ozeanwasser, Totes Meer, Oberer See, Mississippi, Amazon, Rhein und mittlere Zusammensetzung der Flusswasser der gesamten Erde. — Das Wasser des Balaton (Plattensee) stellt verunreinigtes Karstwasser des transdanubischen Mit­telgebirges dar: er wird teils durch die rmachtige Karstwasserquelle des Heilbades Hévíz gespeist. Überhaupt sind reine oder gemischte Karstwasserseen nieht selten in Ungarn (ausser Balaton z. B. Tatató­városer öregtó, Környeer Öregtó, Tapolcaer See). Auch kleinere Flüsse in der weiteren Umgebung von Karstgebieten (Balatongyöröker-, Lesence- und Eger­víz-Bach in der Balatongegend, ferner Principális Kanal nach den neusten Angeben von Tomor, usw.) führen mehr-minder reines Karstwasser. — Der Fertő (Neusiedler) See zeigt starke Veranderlichkeit der Wasserkonzentration, seine Zusammensetzuüg (Aequi­valentprozente) bleibt aber ziemlich konstant, wie dies im allgemeinen für die Seen und im besonderen auch für den Fertő von R. Maucha und E. Wojnárovicli gezeigt wurde. 1 5 Das Fertőwasser stammt teils aus den Grundwasser der östlichen Nachbargebiete mit jüngsten Donauschotter 1 6 teils von Báchen aus dem westlichen Tertiárgebiet mit pyritreichen, grünen tonigen Abgerungen. Dieser Pyritreichtum erklart den hohen Gehalt des Fertösees an SO,. — Die Wasser­4 1 5 E. Woynárovich: Néhány magyarországi víz kémiai sa­játságairól. Magyar Biol. Kut. Munk. Bd. XIII. (1941), S. 302—315. " F. Schuster: Diese Zeitschr. Bd. XXVII. (1947.) S. 20—23, und 38. zusammensetzung des Velenceer Sees liegt tewa in der Mitte zwischen jener des karstwásserigen Balaton, der Nagyalfölder Sodaseen und verschiedener Bitter­wásser. Tatsachlich wird er teils durch einen Bach ernáhrt, welcher aus dem Karst-, bzw. Dolomitgebiet des Vértesgebirges und aus dem benachbarten pyrit­führenden Pannongebiet stammt und somit die Karst­und Bitterwasserfaktoren bedingt. Anderseits bekommt er aber Wasser auch aus einem jüngsten Ablagerungs­gebiet, welches ziemlich dem der Nagyalfölder Soda­seen áhnelt. — Als Beispiel des von Woynárovich be­schriebenen Typs der Natriumkarbonat-hydrokarbonat­seen: (Sodaseen) zwischen Donau und Tisza wurde eine Analyse der Szegeder Fehértó dargestellt. Der Natriumhydrokarbonattyp der Gegend östlich der Tisza unterscheidet sich vom vorigen Sodaseetyp durch hö­heren Ca, niedrigeren oder vollstándig fehlenden CO. (­Gehalt neben vorherrschendem Na und HOO.,. Diese beiden rezenten Seentypen scheinen etwa dem unter­bzw. oberlevantinischen artesischen Wassertyp der Nagyalföld (vergl. Fig. 7. Nr. III. und IV.) zu entsprechen. Fig. 8. stellt auch die Analysen der grössten Flüsse Ungarns dar. 1 7 Die Donau als grosser, ausge­glichener Fluss ergibt ein Beispiel für typisches Wasser humider Klimagebiete. Der Maros zeigt Wirkung der sie­benbürgischen Salzvorkommen mit ihrem verháltniss­mássig hohem Na und Cl Gehalt. Der Körös ist infolge der verkarsteten Kalksteingebieten des Bihargebirges durch hohen Ca und HCO.^ Gehalt gekennzeichnet. Die Zagyva weist mit ihrem hohen Mg und SO^ Gehalt auf den Pyritreichtum der Ablagerungen des Salgótarjáner Kohlengebietes und der Umgebung des Mátra- und Cserhátgebirges. Die Tisza (Theiss), teil­weise als Produkt dieser Flüsse, führt Wasser, dessen Zusammensetzung etwa in der Mitte zwischen jener seiner Nebenflüsse liegt. Allerdings zeigt auch die Tisza nur geringere Veránderungen durch die Neben­flüsse, — wie dies im allgemeinen von Krejci-Graf festgestellt wurde, — offenbar hauptsachlich darum, weil ihre Zusammensetzung meist durch die eigene engere Umgebung beeinflusst wird. Im allgemeinen ist erkenntlich, dass die chemische Zusammensetzung der Oberflachenwásser régiónál meist durch das Klima, nebenbei lokál aber durch den petrographischen Aufbau der Gegend bestimmt wird. • Diese Beispiele aus Ungarn zeigen, wie genetische Zusammenhánge auf Grund des Analysenvergleiches durch Projektion sich klar herausstellen. Eine unge­heure Menge von Analysendaten wartet auf Bearbei­tung. Das unbearbeitete wasseranalytische Tatsachen­material ist fast unübersichtlich geworden und be­droht Wissenschaft und Wissenschaftler als tote Last. Wenn man trotzdem so háufig klagt über Mangel genügender Daten, so ist dies oft eben durch die Un­kenntniss einfacher Zusammenhánge bedingt. Tatsach­lich fehlen erstens die Methoden, welche das Daten­material vieler Komponenten übersichtlich ordnen und ihre Zusammenhánge aufzukláren vermögen. Da ent­sprechende Projektionsverfahren die einfachsten Ins­trumente .zur Beherrschung des ungeheuren Daten­materials sind, wáre ihr allgemeinerer Gebrauch dringend zu wünschen. 1947. Mineralogisch-geologisches Institut der Universitát, Sopron, Ungarn. 1 7 Die dargestellten Analysen von ungarischen Flusswas­sern stammen aus der Arbeit von M. Balló. Ber. d. deut­schen Ges. XI. 1878. S. 441. und aus der Mitteilung von K. Schick, Diese Zeitschr. Bd. XIII. 1933. S. 106—113.

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